Telecom, Italia

Telecom Italia Aktie: EU wirft KKR irreführende Angaben vor

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 06:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-Kommission erhebt vorläufige Vorwürfe gegen KKR; für den geplanten Sparkle-Verkauf fehlt weiterhin die US-Genehmigung.
Aquarellmalerei einer norditalienischen Stadt am Fluss, symbolisiert Sitz von DiaSorin S.p.A., ISIN IT0003497168, mit Alpenblick Illustration mit AI erstellt.

Der Verkauf des Festnetzes von Telecom Italia rückt erneut in den regulatorischen Fokus. Die Europäische Kommission hat KKR gestern Beschwerdepunkte übermittelt. Nach ihrer vorläufigen Einschätzung könnte der Käufer im Prüfverfahren unrichtige oder irreführende Angaben gemacht haben.

Die Vorwürfe richten sich gegen KKR, nicht gegen Telecom Italia. Für Anleger kommt damit neben dem verzögerten Sparkle-Verkauf ein weiteres regulatorisches Thema hinzu.

Vorläufige Vorwürfe zum Festnetzverkauf

Die Untersuchung betrifft die Übernahme des Festnetzgeschäfts NetCo von Telecom Italia. Reuters zufolge hatte die Transaktion einen Wert von bis zu 22 Milliarden Euro. Im Mittelpunkt der Prüfung stehen Angaben zu Verpflichtungen beim Vorleistungszugang zum Netz.

Die Kommission vertritt vorläufig die Auffassung, KKR könnte fahrlässig unrichtige oder irreführende Informationen übermittelt haben. KKR widerspricht dieser Einschätzung und kann zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Die Beschwerdepunkte sind somit keine abschließende Entscheidung.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem abgeschlossenen Verkauf und der Prüfung der damaligen Angaben. Gegenstand der neuen Nachricht ist die Informationsübermittlung durch KKR während der Übernahmeprüfung. Eine endgültige Feststellung eines Verstoßes liegt damit nicht vor.

Die Telecom-Italia-Aktie schloss gestern bei 5,58 €. Ein konkreter ursächlicher Zusammenhang zwischen der EU-Nachricht und der Kursentwicklung ist nicht belegt.

Auch Sparkle wartet auf Genehmigung

Parallel steht beim Verkauf der Tochter Sparkle weiterhin eine regulatorische Freigabe aus. Dow Jones berichtete am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise über eine weitere Verzögerung. Grund sei die noch ausstehende Zustimmung der US-Behörden.

Als Käufer ist Boost BidCo vorgesehen. Die Gesellschaft wird vom italienischen Wirtschafts- und Finanzministerium kontrolliert und gemeinsam mit Retelit gehalten. Anders als beim bereits verkauften Festnetz geht es hier um eine Genehmigung für den vorgesehenen Verkauf.

Das operative Geschäft von Sparkle läuft unterdessen weiter. Am 13. Oktober meldete die Tochter eine erweiterte Vereinbarung mit Infront. Dedizierte internationale Verbindungen zwischen Mailand, Frankfurt und Paris sollen die Verbreitung von Sportmedieninhalten unterstützen.

Quartalszahlen als nächster Terminanker

Neben den regulatorischen Themen steht die Geschäftsentwicklung auf der Agenda. Telecom Italia hat die Genehmigung der Zahlen für das am 30. September 2026 beendete Quartal durch den Verwaltungsrat für den 10. November angesetzt.

Die Ergebniskonferenz soll am 11. November stattfinden. Damit steht der nächste Termin zur Einordnung der operativen Entwicklung fest. Bis dahin sind die vorläufigen Vorwürfe gegen KKR und die ausstehende Sparkle-Freigabe getrennt zu bewerten: Sie betreffen unterschiedliche Transaktionen und unterschiedliche Verfahrensstände.

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