Telecom, Italia

Telecom Italia Aktie: Poste bietet 1,67 Euro

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 05:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Telecom Italia meldet Gewinn im zweiten Quartal und Fortschritte bei der Poste-Übernahme. Die Annahmefrist endet am 11. September.

Telecom Italia: Übernahmeofferte läuft, Quartalszahlen überzeugen
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Telecom Italia steckt mitten in der entscheidenden Phase des Übernahmeversuchs durch Poste Italiane. Parallel dazu liefert der Konzern operative Fortschritte, die die Position der Aktionäre in der laufenden Offerte stärken. Das Papier notiert am Freitag bei 7,66 Euro und legt damit 0,67 Prozent zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 4,16 Prozent zu Buche.

Poste-Offerte läuft bis 11. September

Seit dem 20. Juli läuft die Annahmefrist für das freiwillige öffentliche Übernahme- und Umtauschangebot von Poste Italiane für sämtliche Stammaktien von Telecom Italia. Die italienische Marktaufsicht Consob hatte das Angebotsdokument bereits am 15. Juli gebilligt. Poste Italiane bietet den TIM-Aktionären je Aktie 1,67 Euro in bar sowie 0,218 neu ausgegebene eigene Aktien. Die Frist endet am 11. September.

Der Verwaltungsrat von Telecom Italia hatte das Angebot bereits am 18. Juli einstimmig als aus finanzieller Sicht angemessen bewertet. Gestützt wurde dieses Votum durch Fairness Opinions von Evercore Partners International LLP und der Goldman Sachs Bank Europe SE. Das Analysehaus Intermonte setzte am 22. Juli mit Blick auf die laufende Offerte ein "Tender"-Rating auf die TIM-Stammaktie an – eine Einschätzung, die unmittelbar auf die Übernahmesituation und nicht auf eine eigenständige Fundamentalbewertung zielt.

Gerichtsniederlage bei FiberCop, Erfolg gegen INWIT

Neben dem Übernahmepoker beschäftigen zwei Gerichtsverfahren das Unternehmen. Das Gericht Mailand entschied am 21. Juli gegen Telecom Italia in einem Streit mit FiberCop, jener Netzgesellschaft, die 2024 an KKR verkauft wurde. Die Richter folgten nicht der Auslegung von TIM zu den wirtschaftlichen Zugangsbedingungen des zugrundeliegenden Master Service Agreements.

Umgekehrt lief es beim Streit mit dem Turmbetreiber INWIT: Bereits am 18. Juli wies das Gericht Mailand einen Antrag von INWIT auf vorläufigen Rechtsschutz gegen Telecom Italia zurück und bestätigte damit die Rechtmäßigkeit des Rückzugs von TIM aus einem bestimmten Master Service Agreement. Beide Verfahren zeigen, wie tief die einstigen Netzstrukturen des Konzerns weiterhin in laufende Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind – ein Thema, das für Anleger auch nach einem möglichen Eigentümerwechsel relevant bleiben dürfte.

Rückkehr in die Gewinnzone stützt die Jahresprognose

Operativ liefert Telecom Italia derzeit die Argumente, die eine Übernahme für Poste Italiane attraktiv machen. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 5,7 Prozent im Jahresvergleich auf 3,5 Milliarden Euro. Der Konzern kehrte mit einem Nettogewinn von 88 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück, nachdem im ersten Quartal noch ein Nettoverlust von 292 Millionen Euro angefallen war. Das EBITDA-AL kletterte um 4,5 Prozent auf 998 Millionen Euro und übertraf damit knapp die Konsensschätzung von 995 Millionen Euro, wie Reuters berichtete.

Das Management bekräftigte anlässlich der Zahlen die Industrieplanung für 2026/2027. Die Inlandsumsätze kehrten auf Wachstumskurs zurück, während TIM Brasil mit einem Plus von 5,5 Prozent und TIM Enterprise mit 7,9 Prozent Zuwachs die Konzernentwicklung trugen. Medienberichten zufolge hoben Analysten im Anschluss an die Zahlen ihre Konsens-Gewinnschätzung je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 auf 0,151 Euro von zuvor 0,125 Euro an.

Rückkauf, Klimaplan und Kapitalstruktur

Am 23. Juli meldete Telecom Italia den Abschluss der ersten Tranche seines Aktienrückkaufprogramms mit dem erreichten Ziel von 14 Millionen Aktien. Am 3. August stellte der Konzern zudem seinen Klimaübergangsplan vor, der Strategien zur Reduzierung der Umweltwirkung digitaler Technologien beschreibt.

Die Kapitalstruktur des Unternehmens war bereits im April vereinfacht worden: Die Aktionäre billigten damals einen Aktiensplit im Verhältnis 1-zu-10 sowie die verpflichtende Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien. Die Bonitätseinstufung hatte S&P Global Ratings Anfang Juni auf 'BB+' von 'BB' mit stabilem Ausblick angehoben und dabei den Schuldenabbau sowie die verlässliche Umsetzung der Konzernprognosen als Gründe genannt. Am 21. Juli verkaufte Insider Paolo D'Andrea im Rahmen eines an Incentive-Pläne gekoppelten Sell-to-Cover-Geschäfts 16.031 Stammaktien zu 7,69 Euro je Anteil, was einem Gesamtvolumen von rund 123.251,54 Euro entspricht.

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