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Telecom Plus: Aktie 54 Prozent unter Jahreshoch

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Telecom Plus verzeichnet starkes Kundenplus, senkt aber die Gewinnprognose. Die Aktie fällt deutlich, während Aktionäre die Vergütung kritisieren.

Telecom Plus: Kundenwachstum beschleunigt sich, Gewinnprognose bleibt konservativ
Abstrakte Glasfaserkabel in einer dunklen, technologischen Umgebung mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Telecom Plus hat einen dynamischen Start in das neue Geschäftsjahr gemeldet. In den ersten vier Monaten bis Ende Juli übertraf das Wachstum bei den Multiservice-Kunden das selbstgesteckte Ziel von 10 Prozent leicht. Damit beschleunigte sich der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr deutlich: Die aktuelle Rate liegt laut Unternehmensangaben etwa beim Zweieinhalbfachen des Niveaus aus dem Geschäftsjahr 2026, in dem das Plus 3,9 Prozent betrug.

Beschleunigtes Kundenwachstum zum Jahresauftakt

Das unter der Marke Utility Warehouse operierende Unternehmen bestätigte am gestrigen Montag im Rahmen der Hauptversammlung seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2027. Erwartet wird ein bereinigter Vorsteuergewinn zwischen 80 und 90 Millionen Pfund.

Dieser Wert stellt allerdings einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar, in dem noch ein Gewinn von 132,2 Millionen Pfund erzielt wurde. Das Management wies zudem auf eine starke Saisonalität hin: Lediglich 15 Prozent des Jahresergebnisses werden in der ersten Jahreshälfte erwartet, während 85 Prozent auf das zweite Halbjahr entfallen sollen.

Der Wachstumskurs wird maßgeblich durch ein expandierendes Partnernetzwerk vorangetrieben. Die Zahl der monatlich aktiven Partner stieg zuletzt auf rund 4.900, verglichen mit 4.200 in der zweiten Hälfte des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Insgesamt verfügte die Gruppe Ende Juli über ein Netzwerk von mehr als 85.000 Partnern. Neben der Neukundengewinnung setzt Telecom Plus verstärkt auf Cross-Selling. Bisher wurden rund 17.000 zusätzliche Dienstleistungen an Bestandskunden verkauft, wobei das Unternehmen mittelfristig ein Ziel von 50.000 Abschlüssen verfolgt.

Langfristige Ziele und strategischer Ausbau

Das Unternehmen treibt zudem die technische Modernisierung seiner Versicherungssparte voran. Nach einem Replatforming auf das System OpenGI bereitet der Konzern den Start einer eigenen Kfz-Versicherung für die zweite Jahreshälfte vor.

Diese Maßnahmen sind Teil eines Fünf-Jahres-Plans, der bis zum Geschäftsjahr 2031 eine Steigerung des Gewinns auf 175 Millionen Pfund vorsieht. Dafür sind jährliche Investitionen in Höhe von etwa 55 Millionen Pfund eingeplant.

An der Börse wird die Entwicklung derzeit skeptisch bewertet. Die Aktie notiert am heutigen Dienstag bei 8,72 GBP, was einem Tagesminus von 3,8 Prozent entspricht. Damit hat das Papier einen deutlichen Rückstand auf die längerfristigen Trends aufgebaut und liegt aktuell rund 28 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 19,16 GBP beläuft sich der Kursabschlag mittlerweile auf 54 Prozent.

Kontroversen auf der Hauptversammlung

Trotz der operativen Fortschritte gab es bei der gestrigen Hauptversammlung deutlichen Widerstand der Aktionäre gegen die Vergütungspolitik des Vorstands.

Während der Jahresbericht und die Dividende von 12 Pence pro Aktie – zahlbar am 28. August – mit Zustimmungsraten von über 99 Prozent angenommen wurden, erhielten der Vergütungsbericht und die Vergütungspolitik lediglich rund 70 bis 72 Prozent der Stimmen. Das Board kündigte an, das Gespräch mit den Anteilseignern zu suchen und innerhalb der nächsten sechs Monate ein Update dazu zu geben.

Parallel dazu setzt Telecom Plus sein Kapitalrückführungsprogramm fort. Von dem beschlossenen Aktienrückkauf über insgesamt 40 Millionen Pfund wurden bereits 20 Millionen Pfund investiert. Dabei wurden bis Mitte August etwa 2,44 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 818,66 Pence erworben.

Das Unternehmen plant, die Verschuldung moderat zu halten und strebt langfristig ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 1,0x an, nach einem vorübergehenden Spitzenwert von 1,5x während der Investitionsphase.

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