Teledyne Aktie: Milliardendeal in der Medizintechnik
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 17:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Teledyne greift tief in die Kasse und kauft sich Röntgen-Know-how ein. Der Aerospace- und Sensorik-Konzern übernimmt Varex Imaging für rund 1,1 Milliarden Dollar in bar — ein Schritt, der die Position im Gesundheitsmarkt deutlich ausbaut.
Die Vorstände beider Unternehmen haben der Transaktion bereits einstimmig zugestimmt. Teledyne zahlt 18,90 Dollar pro Varex-Aktie, ein Wert, der sich am Markt sofort bemerkbar machte: Die Varex-Papiere schossen im vorbörslichen Handel um rund 50 Prozent nach oben. Teledyne selbst reagierte deutlich verhaltener, die Aktie legte nur moderat zu.
Komplementär statt konkurrierend
Varex gilt als Pionier für Röntgenquellen und digitale Röntgendetektoren und liefert zudem Hochspannungs-Verbindungstechnik sowie Bildgebungssoftware an globale OEM-Hersteller. Die Technologie kommt in der medizinischen Diagnostik, bei zerstörungsfreien Prüfungen, in Sicherheits- und Fahrzeugkontrollsystemen sowie in Mess- und Analyseanwendungen zum Einsatz.
Teledyne-Chairman Robert Mehrabian betonte, dass sich beide Portfolios trotz ähnlicher Kundenkreise kaum überlappen. Teledyne war bereits 2011 mit der Übernahme von Teledyne DALSA in den Gesundheitsmarkt eingestiegen und hatte die Präsenz 2017 mit Teledyne e2v ausgebaut, einem Zulieferer für Magnetrone in der Krebstherapie. Röntgenröhren für Radiografie, Fluoroskopie oder Computertomografie produzierte der Konzern bislang jedoch nicht — genau diese Lücke soll Varex nun füllen. Besonders die neuen photonenzählenden Detektoren von Varex für Medizin und industrielle Inspektion gelten als strategische Ergänzung.
Abschluss erst 2027 erwartet
Der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Er steht unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen, darunter regulatorische Genehmigungen und die Zustimmung der Varex-Aktionäre. Beide Seiten rechnen mit einem Abschluss Anfang 2027.
Für die Finanzierungsseite sorgt Evercore als exklusiver Berater von Varex, während Teledyne auf die Kanzleien Latham & Watkins und McGuireWoods zurückgreift. Sollten die Behörden grünes Licht geben, würde Teledyne sein Gesundheitsgeschäft um ein Segment erweitern, das bislang außerhalb der eigenen Kernkompetenz lag — und damit einen Markt adressieren, der von wachsender Diagnostiknachfrage profitiert.
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