Telenor: Morgan Stanley senkt Kursziel auf 155 Kronen
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der norwegische Telekommunikationskonzern Telenor sieht sich aktuell mit einer Korrektur der Analystenerwartungen konfrontiert, während das Unternehmen gleichzeitig sein massives Aktienrückkaufprogramm vorantreibt.
Am gestrigen Montag reagierte der Markt auf neue Einschätzungen aus dem Bankensektor und aktuelle operative Herausforderungen in der skandinavischen Heimatregion. Das Spannungsfeld zwischen leicht enttäuschenden Quartalsdaten und einer konsequenten Kapitalrückführung an die Aktionäre bestimmt derzeit das Bild der Aktie.
Analysten korrigieren Erwartungen nach unten
Das US-Analysehaus Morgan Stanley hat gestern seine Einschätzung für die Papiere von Telenor angepasst. Die Experten senkten das Kursziel für den Titel von zuvor 170 norwegischen Kronen auf nun 155 norwegische Kronen. Trotz dieser Reduzierung des Kursziels bekräftigten die Analysten ihre Einstufung auf "Equal-weight". Damit signalisiert die Investmentbank, dass sie die Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt derzeit als neutral bewertet ansieht.
Im breiteren Marktkonsens spiegelt sich eine ähnliche Zurückhaltung wider. Während einzelne Marktbeobachter die fundamentale Stärke des Konzerns betonen, stufen viele Analysten das Papier aktuell als Halteposition ein.
Diese Vorsicht wird durch jüngste Geschäftszahlen untermauert, nach denen das Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal mit 0,21 US-Dollar hinter den durchschnittlichen Markterwartungen von 0,23 US-Dollar zurückblieb. Auch der erzielte Umsatz von 1,88 Milliarden US-Dollar verfehlte die Prognosen von 1,91 Milliarden US-Dollar knapp.
Rückkaufprogramm erreicht Meilenstein
Flankiert wird die Kursentwicklung von einer hohen Aktivität des Unternehmens am eigenen Aktienmarkt. Telenor treibt sein Rückkaufprogramm mit Nachdruck voran und hat in der vergangenen Woche zwischen dem 3. und 7. August insgesamt 634.114 eigene Aktien erworben. Die Transaktionen wurden zu einem Durchschnittspreis von rund 130 norwegischen Kronen durchgeführt.
Damit hat das Volumen der gesamten Rückkäufe seit Beginn des Programms die Marke von einer Milliarde norwegischer Kronen überschritten. Insgesamt hielt Telenor zum Ende der letzten Woche 7,42 Millionen eigene Aktien, was einem Anteil von etwa 0,5 Prozent des gesamten Kapitals entspricht.
Solche Programme dienen in der Regel dazu, den Gewinn pro verbleibender Aktie zu steigern und signalisieren oft ein hohes Vertrauen der Geschäftsführung in die Unterbewertung des eigenen Unternehmens.
Operative Störungen und Marktlage
Neben den finanziellen Aspekten meldete der Konzern gestern technische Probleme im Mobilfunknetz. In Teilen der norwegischen Region Sunndal kam es ab dem Vormittag zu Ausfällen. Als Ursache vermutet das Unternehmen einen Glasfaserbruch, von dem auch eine geringe Anzahl an Breitbandkunden betroffen war. Die Behebung der Störung wurde für den heutigen Dienstag angekündigt.
An der Börse notiert die Aktie im vorbörslichen Handel heute bei 12,08 Euro. Das Papier weist damit eine negative Entwicklung der letzten 12 Monate von -11,11 Prozent auf. Damit bleibt der Titel deutlich unter Druck und weist einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -23,98 Prozent auf, das Mitte Februar bei 15,89 Euro markiert wurde.
Anleger beobachten nun, ob die Unterstützung durch die massiven Rückkäufe ausreicht, um den Abwärtstrend der vergangenen Monate nachhaltig zu brechen.
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