TenneT, Elbtunnel

TenneT: Elbtunnel für Suedlink fertig

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TenneT meldet Durchbruch der Elbe-Röhre für die Stromtrasse Suedlink. Die Kabelverlegung ist für Ende 2027 geplant, die Inbetriebnahme für 2028.

Suedlink-Projekt: Elbtunnel-Röhre zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen fertig
Ein neu fertiggestellter Tunnelzugang für die Stromtrasse Suedlink in einer grünen Landschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Tunnel unter der Elbe bringt eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands ein entscheidendes Stück voran. Zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen ist die Röhre für die Suedlink-Trasse fertiggestellt — ein Meilenstein für die geplante Stromautobahn von Nord- nach Süddeutschland. TenneT trägt als einer von zwei beteiligten Netzbetreibern einen wesentlichen Teil der Verantwortung für das Vorhaben.

Die Tunnelbohrmaschine mit dem Namen Elsa hat nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit und 5,2 Kilometern Strecke ihren Zielschacht erreicht. Der Schacht selbst misst vier Meter im Durchmesser. Ab Ende 2027 sollen dort die eigentlichen Stromkabel eingezogen werden.

Zehn Milliarden Euro, zwei Netzbetreiber

Suedlink ist als rund 700 Kilometer lange, komplett unterirdisch verlegte Doppel-Stromleitung konzipiert. Sie soll Windstrom aus Norddeutschland in den Süden transportieren und umgekehrt Solarstrom sowie Strom aus norwegischer Wasserkraft nach Norden leiten. TenneT verantwortet dabei die Abschnitte in Schleswig-Holstein und weiten Teilen Niedersachsens, während TransnetBW für den südlichen Streckenteil zuständig ist.

Das Gesamtprojekt ist mit rund zehn Milliarden Euro veranschlagt. Bei voller Auslastung soll die Trasse bis zu vier Gigawatt Strom übertragen — vergleichbar mit der Leistung von vier Kernkraftwerken — und rechnerisch zehn Millionen Einfamilienhaushalte versorgen können. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2028 geplant, sechs Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Kritik an Kosten und Trassenführung

Bürgerinitiativen kämpfen seit Jahren gegen den Bau. Sie halten die Leitung für ökologisch fragwürdig und befürchten steigende Kosten für Stromverbraucher.

Auch der Widerstand gegen sichtbare Strommasten hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Suedlink komplett als Erdkabel geplant wurde — eine Entscheidung, die den Bau verteuert, aber die Akzeptanz vor Ort erhöhen soll, wie Bundesenergieministerin Katherina Reiche bei einem Baustart-Termin in Bayern einräumte. Für künftige vergleichbare Projekte kündigte sie an, wieder stärker auf oberirdische Leitungen zu setzen.

Mit dem Tunneldurchschlag unter der Elbe ist ein technisch anspruchsvoller Abschnitt geschafft. Bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2028 müssen jedoch noch zahlreiche weitere Teilstrecken durch Hessen und Thüringen realisiert werden, bevor sich die einzelnen Bauabschnitte zur durchgehenden Trasse zusammenfügen.

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