Teva Aktie: Datenoffensive im Neuroscience-Portfolio
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 22:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Teva Pharmaceutical Industries nutzt den Psych Congress in New Orleans fĂŒr eine breite Datenoffensive rund um sein Neuroscience-GeschĂ€ft. Gleich drei neue Studienpakete zu PrĂ€paraten gegen Bewegungsstörungen und schwere psychische Erkrankungen sollen die Positionierung der Sparte stĂ€rken â mit einem besonders aufmerksamkeitsstarken Baustein: dem Pipeline-Kandidaten TEV-'749.
Austedo und Uzedy liefern Praxisdaten
Bei Tardive Dyskinesia, einer belastenden Bewegungsstörung, zeigen neue Befragungsdaten unter fast 500 Ărzten, dass Austedo bei den entscheidenden Auswahlkriterien â SchlĂ€frigkeitsrisiko, Wechselwirkungsprofil und Langzeitdaten â regelmĂ€Ăig vorne liegt.
ErgĂ€nzend prĂ€sentierte Teva Registry-Daten, die den Leidensdruck unbehandelter Patienten unterstreichen: Ohne Therapie zeigten fast alle Betroffenen ĂŒber zwei Jahre spĂŒrbare BeeintrĂ€chtigungen, eine spontane Besserung blieb die Ausnahme.
Beim Schizophrenie-PrÀparat Uzedy stehen wirtschaftliche Argumente im Vordergrund. Verglichen mit anderen Depotspritzen verzeichneten Uzedy-Patienten seltener Notaufnahmen und Klinikaufenthalte.
In einer Analyse mit ĂŒber 1.100 Patienten lagen die monatlichen Behandlungskosten bei Uzedy um gut 1.000 Dollar niedriger als bei einem VergleichsprĂ€parat. Bei bipolaren Patienten, die von oralen Antipsychotika auf Uzedy wechselten, sank die Rate an Therapieversagen von 63 auf 47 Prozent.
TEV-'749 rĂŒckt nĂ€her an die Zulassung
Der eigentliche Hebel fĂŒr die Aktie könnte jedoch der Pipeline-Kandidat TEV-'749 sein, eine monatliche Injektionsform von Olanzapin. Neue Auswertungen der Phase-3-Studie SOLARIS zeigen, dass mehr als die HĂ€lfte der Teilnehmer eine Stabilisierung erreichte, wĂ€hrend nur wenige Patienten nach einer Stabilisierung rĂŒckfĂ€llig wurden. Gut jeder FĂŒnfte, der das PrĂ€parat mindestens sechs Monate erhielt, erfĂŒllte sogar die Kriterien fĂŒr eine Remission.
Besonders relevant fĂŒr Anleger: Die FDA-Entscheidung zu TEV-'749 wird fĂŒr das vierte Quartal 2026 erwartet, in der EU lĂ€uft das Zulassungsverfahren bereits seit Mai. Sollte die Zulassung kommen, wĂŒrde Teva sein Depotspritzen-Portfolio um eine weitere Option fĂŒr eine der meistverschriebenen Antipsychotika-Wirkstoffklassen erweitern â ein Markt, in dem tĂ€gliche Tabletteneinnahme hĂ€ufig an mangelnder Therapietreue scheitert.
Die Daten aus New Orleans liefern damit vor allem klinische Argumente fĂŒr das bestehende Portfolio. Die eigentliche Kurs-relevante Weichenstellung dĂŒrfte jedoch erst mit der ausstehenden FDA-Entscheidung zu TEV-'749 im laufenden vierten Quartal fallen.
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