Thyssenkrupp, Steel

Thyssenkrupp Steel: EPCG verkauft 20-Prozent-Beteiligung

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 06:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Thyssenkrupp Steel plant weniger Produktion und 1.600 Stellenstreichungen, während EPCG seine Beteiligung verkauft und die Aktie zulegt.

Fotorealistisches Stahlwerk mit Hochofen und Dampf bei Sonnenuntergang
thyssenkrupp AG (DE0007500001): fotorealistisches Stahlwerk bei Sonnenuntergang mit glühendem Hochofen, aufsteigendem Dampf und nasser Betriebsfläche Illustration mit AI erstellt.

Tiefgreifende Einschnitte und ein überraschender Gesellschafterwechsel markieren die Weichenstellung bei Thyssenkrupp Steel. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2030 und sieht eine deutliche Verkleinerung der Produktionskapazitäten auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen Stahl vor.

Der Umbau hat spürbare operative Konsequenzen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028/29 sollen 1.600 Stellen abgebaut werden.

Das Management setzt damit auf eine nachhaltige Verschlankung des traditionsreichen Kernbereichs, um die Sparte an das veränderte Marktumfeld anzupassen.

Ausstieg von EPCG beendet Joint-Venture-Pläne

Zeitgleich vollzieht sich auf Eigentümerebene eine abrupte Wende. Die EP Corporate Group hat nach eigenen Angaben einen Vertrag über den Verkauf ihrer 20-prozentigen Beteiligung an Thyssenkrupp Steel unterzeichnet. Damit verabschiedet sich die Holding von den ursprünglichen Plänen für ein gemeinsames Joint Venture. Die finanziellen Bedingungen der Transaktion blieben ungenannt; Analysten taxierten das Anteilspaket zuvor auf rund 140 Millionen Euro.

Unterstützung für das Stahlgeschäft zeichnet sich unterdessen auf europäischer Ebene ab. Laut Reuters beabsichtigt die Europäische Union, vorläufige Schutzmaßnahmen gegen Importe von elektrischem Stahl einzuführen. Für Thyssenkrupp ist dieser Schritt von hoher Relevanz, da er den anhaltenden Wettbewerbsdruck durch Einfuhren mildern könnte.

Analystenlob und Jahresausblick

Im operativen Geschäft bleibt der Gegenwind dennoch spürbar.

Am Aktienmarkt überwog in den vergangenen Monaten dennoch der Optimismus. Mit einem Schlusskurs von 15,34 Euro am Freitag liegt die Aktie seit Jahresanfang mit 65 Prozent im Plus.

Mit dem festgezurrten Sanierungspfad und der geklärten Beteiligungsstruktur stehen nun die Umsetzung der Kapazitätskürzungen und die Verhandlungen über die künftige Aufstellung der Sparte im Mittelpunkt.

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