TKMS, Aktie

TKMS Aktie: 6,3-Milliarden-Fregattenauftrag

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TKMS steht vor Quartalszahlen: Analysten bewerten die Aktie uneinheitlich, während Rheinmetall mit der GMF 140 in den Fregattenmarkt drängt.

Rheinmetall fordert TKMS mit neuer Fregatte GMF 140 heraus
Moderne Fregatte auf stürmischer See bei Sonnenaufgang, symbolisierend Stärke und technologische Präzision im maritimen Sektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rheinmetall hat am Montag mit der GMF 140 eine neue Fregatte präsentiert und tritt damit unmittelbar in Konkurrenz zu TKMS. Das Konzept sieht ein rund 140 Meter langes und mehr als 6.000 Tonnen schweres Kampfschiff vor, das der Rüstungskonzern zunächst für ein Beschaffungsprogramm in Nordamerika anbieten will, bevor eine Vermarktung an NATO- und Partnermarinen folgen soll.

Der Vorstoß trifft TKMS an einer empfindlichen Stelle. Das Marinefachportal Quwa ordnet die Präsentation ausdrücklich als Reaktion auf die jüngste deutsche Beschaffungsentscheidung ein: Ende Juni hatte die Bundesregierung das Fregattenprogramm F126 gestrichen und stattdessen bis zu acht MEKO-A-200-Fregatten von TKMS bestellt – ein Grundauftrag über 6,3 Milliarden Euro plus eine Option über weitere 5,3 Milliarden Euro.

Deutschland setzt auf TKMS, Kanada folgt

Zuvor war ein gemeinsames Gebot der Rheinmetall-Tochter NVL, die als Generalunternehmer rund 15,2 Milliarden Euro aufgerufen hatte, abgelehnt worden. Für TKMS ist der deutsche Fregattenauftrag ohnehin nicht das einzige Standbein der laufenden Wachstumsstory. Anfang Juli hatte Kanada das Unternehmen zum bevorzugten Bieter für sein Patrouillen-U-Boot-Programm gekürt, das bis zu zwölf Boote umfassen soll.

Die Nachricht sorgte für Bewegung bei den Analysten: mwb Research hob das Kursziel für TKMS Anfang Juli von 125 auf 135 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung, mit Verweis auf den möglichen milliardenschweren Zusatzauftrag aus Kanada.

Blick auf die Zahlen am 12. August

Am 12. August legt TKMS den Bericht zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vor. mwb Research rechnet für die ersten neun Monate mit einem Umsatzanstieg von 1,59 auf 1,78 Milliarden Euro.

Der operative Gewinn soll demnach von 97 auf 102 Millionen Euro steigen. Im dritten Quartal soll sich das Geschäft mit Überwasserschiffen nach einem schwächeren zweiten Quartal erholen, während die U-Boot-Projekte planmäßig voranschreiten dürften. Bei der Tochter Atlas Elektronik zeichnet sich wegen verschobener Auslieferungen dagegen ein verhalteneres Quartal ab.

Der bereits angekündigte Fregattenauftrag soll den Erwartungen zufolge erst im vierten Quartal unterzeichnet werden, verbunden mit einer Vorauszahlung. Medienberichten zufolge bezifferte mwb Research Ende Juli den möglichen Auftragsbestand von TKMS zum Jahresende auf rund 25 Milliarden Euro – bei erfolgreichen Vertragsabschlüssen in Kanada und Indien könnte dieser im Folgejahr auf über 40 Milliarden Euro steigen, etwa das 16-Fache des Jahresumsatzes.

Analysten uneins vor der Bilanz

Vor der Zahlenvorlage zeigte sich das Analystenlager gespalten. Die Deutsche Bank bestätigte Ende Juli ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 110 Euro und verwies darauf, dass die Projekte über alle Sparten hinweg kontinuierlich vorankämen, unabhängig von schwankender quartalsweiser Umsatzrealisierung im Schiffbau.

mwb Research bezeichnete zum gleichen Zeitpunkt den vorangegangenen Kursrückgang als nicht gerechtfertigt und bestätigte sein Kursziel von 135 Euro, gestützt auf die Planungssicherheit aus dem prall gefüllten Auftragsbuch. Ein drittes Analysehaus bewertete die Aktie deutlich zurückhaltender mit einem Kursziel von 76 Euro und stufte die Margenvorgabe von über 6 Prozent trotz vorsichtiger Umsatzguidance ebenfalls als konservativ ein.

Kurs bleibt volatil

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus neuen Großaufträgen und aufkommender Konkurrenz in schwankenden Notierungen. Die TKMS-Aktie schloss am Freitag bei 88,20 Euro, ein Minus von 2,11 Prozent auf Tagessicht. Vom im Oktober markierten 52-Wochen-Hoch bleibt das Papier weiterhin 17,25 Prozent entfernt. Anleger dürften den Q3-Bericht am 12. August daher genau darauf abklopfen, ob die Wachstumsstory aus Fregatten- und U-Boot-Aufträgen trotz des schärferen Wettbewerbs durch Rheinmetall Bestand hat.

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