TKMS, Aktie

TKMS Aktie: Acht Fregatten statt Damen-Auftrag

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 07:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TKMS investiert über 200 Millionen Euro in Wismar; zugleich fordert Damen knapp 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz.

TKMS baut Werft in Wismar aus und erhält neue Fregattenaufträge
Moderne Silhouette eines Marineschiffs bei Dämmerung auf ruhigem Wasser als Symbol für den Verteidigungssektor. Illustration mit AI erstellt.

Der maritime Rüstungskonzern ThyssenKrupp Marine Systems steht im Zentrum einer weitreichenden Neuordnung der deutschen Marinebeschaffung. Während ein europäischer Konkurrent milliardenschwere Ansprüche gegen den Bund geltend macht, baut das Unternehmen seine Werftkapazitäten mit hohem Tempo aus. An der Börse ging die Aktie am Freitag bei 79,00 Euro aus dem Handel.

Der niederländische Schiffbauer Damen verlangt knapp 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz von Deutschland wegen der Stornierung beim Bau der Fregatte F126. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte das Vorhaben über sechs Einheiten im Juni wegen Verzögerungsrisiken gestoppt. Deutschland bestellt stattdessen acht Fregatten bei TKMS, woraufhin Damen der Bundesregierung Vertragsbruch vorwirft.

Die politische Dimension dieses Wechsels reicht bis in das Berliner Parlament. Haushaltspolitiker der Grünen prüfen die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Sebastian Schäfer forderte in der Süddeutschen Zeitung eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge rund um den Stopp des bisherigen Programms.

Ausbau der Werftkapazitäten in Wismar

Parallel zur Ausweitung der Fregattenpläne treibt der Marinespezialist die Erweiterung seiner Produktionsstätten an der Ostsee voran. Für die kommenden Jahre sind dort Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro vorgesehen.

Die Werft soll künftig sowohl militärische als auch zivile Großprojekte schultern. Neben dem anlaufenden U-Boot-Bau ist für die kommenden Jahre auch die Fertigung des Forschungsschiffs Polarstern 2 geplant. Der Konzern profitiert von einem spürbaren Zulauf an Fachkräften und verzeichnet weltweit Zehntausende Bewerbungen pro Jahr.

Hohe Aktivität im internationalen U-Boot-Geschäft

Auch im klassischen Unterwasserbau setzt das Unternehmen wichtige Meilensteine um. Das vorwiegend in Kiel gebaute israelische U-Boot „Drakon“ erreichte am 24. September seinen Zielhafen Haifa. Drei weitere Einheiten der Dakar-Klasse sind bereits bestellt und sichern die langfristige Auslastung der Fertigungslinien.

Die gut gefüllten Auftragsbücher stützen die Marktposition des Konzerns im europäischen Verteidigungssektor. Analysten und Branchenbeobachter verweisen auf die anhaltend hohe Nachfrage westlicher Staaten nach konventionellen Unterseebooten, die verlässliche Einnahmen sichern soll.

Zusätzliche Wachstumsfantasie eröffnet unterdessen der nordamerikanische Markt. Trotz der jüngsten Marktkonsolidierung notiert das Papier seit Jahresanfang mit 19 Prozent im Plus.

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