TKMS Aktie: Metzler hebt Kursziel auf 115 Euro
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TKMS hat mit den Neun-Monats-Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen – und das Bankhaus Metzler reagiert prompt. Analyst Alexander Neuberger hebt sein Kursziel für die Aktie von 105 auf 115 Euro an und bestätigt die Einstufung "Buy". Er spricht von einer "sehr soliden Leistung" im dritten Quartal und verweist darauf, dass es bereits die zweite Anhebung der Jahresziele binnen kurzer Zeit ist.
Der Umsatz der ersten neun Monate kletterte um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg auf 110 Millionen Euro nach 98 Millionen im Vorjahr – die Marge liegt damit bei 5,8 Prozent.
Für das Gesamtjahr erwartet der Werftkonzern nun ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent, nachdem zuvor lediglich 2 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Die bereinigte EBIT-Marge soll bis auf 6,5 Prozent steigen. Der Auftragsbestand summiert sich mittlerweile auf rund 20 Milliarden Euro.
Kanada und Indien als nächste Wachstumstreiber
Besonders im Blick der Analysten steht das Auftragspotenzial aus zwei Großprojekten. In Kanada hat sich das Team um TKMS mit dem U212CD-Konzept als bevorzugter Lieferant für bis zu zwölf U-Boote durchgesetzt, ein Auftrag mit einem Volumen von mehr als 15 Milliarden Euro.
Metzler-Analyst Neuberger hält es für möglich, dass TKMS seine mittelfristige Prognose nach einer Vertragsunterzeichnung mit Kanada aktualisiert. Der Bernstein-Analyst Adrien Rabier rechnet zudem mit einem steigenden Analystenkonsens und einer möglichen Anhebung der mittelfristigen Ziele im kommenden Quartal.
Parallel dazu treibt Deutschland einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge einen U-Boot-Deal mit Indien voran: Sechs Boote der 3000-Tonnen-Klasse im Rahmen des Projekts 75I sollen ein Volumen von rund 8 Milliarden Euro haben, TKMS gilt dabei als führender Anbieter.
Zusätzlich hat der Bundestag einen Fregattenauftrag über vier plus vier Schiffe der MEKO-A-200-Klasse für die Deutsche Marine genehmigt. Konkurrenz kommt derweil aus Südkorea: Hanwha Ocean gibt den kanadischen U-Boot-Auftrag trotz der TKMS-Vorauswahl nicht auf, wie Vorstandschef Burkhard bei seinem Besuch in Ottawa im Juli deutlich zu spüren bekam.
Kursreaktion spiegelt die Dynamik
Der Markt honorierte die Zahlen mit einem Kurssprung von 9,2 Prozent auf 96,40 Euro am Mittwoch, nachdem die Aktie zeitweise sogar deutlich über der 100-Euro-Marke gehandelt worden war. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursgewinn auf 17 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 46 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark der Markt die Wachstumsstory des Werftkonzerns bereits einpreist.
Dass Zulieferer wie das kanadische Unternehmen AKA Energy Systems trotz der TKMS-Auswahl weiter auf eine Rolle im U-Boot-Programm hoffen, zeigt: Auch jenseits des Hauptauftrags entstehen rund um die Rüstungsprojekte weitere wirtschaftliche Verbindungen.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich die optimistischen Erwartungen der Analysten – gestützt auf mögliche Vertragsabschlüsse in Kanada und Indien – in den kommenden Quartalen tatsächlich in harten Zahlen niederschlagen.
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