TKMS, Aktie

TKMS Aktie: Quartalsbericht am 12. August erwartet

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 16:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TKMS beendet GNYK-Übernahmepläne und vertieft die Allianz mit Navantia. Analysten erwarten für das dritte Quartal einen Gewinnsprung und mehr Umsatz.

TKMS fokussiert auf Navantia-Pakt und Quartalszahlen am 12. August
Silhouette eines modernen Marineschiffs in nebligem Wasser bei Sonnenaufgang als Symbol für die maritime Industrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

TKMS hat seine strategische Partnerschaft mit dem spanischen Rüstungskonzern Navantia neu geordnet. Am 24. Juli unterzeichneten beide Unternehmen eine zweite Absichtserklärung, die die Zusammenarbeit bei U-Booten und Überwasserschiffen bis Ende 2026 ausweiten soll. Zeitgleich zog TKMS sein nicht-bindendes Übernahmeangebot für German Naval Yards Kiel zurück, nachdem die Due-Diligence-Prüfung abgeschlossen war. Damit verschiebt sich der strategische Fokus des Kieler Rüstungskonzerns deutlicher in Richtung der Kooperation mit Navantia, während die Ambitionen bei GNYK vorerst ad acta gelegt sind.

Quartalsbericht am 12. August im Fokus

Für Anleger rückt nun der nächste Termin in den Mittelpunkt: Am 12. August veröffentlicht TKMS seinen Quartalsbericht zum dritten Geschäftsquartal mit Stichtag 30. Juni. Das Unternehmen kündigte die Veröffentlichung bereits am Mittwoch in einer Vorabbekanntmachung an. Medienberichten zufolge rechnen Analysten für dieses Quartal mit einem Ergebnis je Aktie von 0,470 Euro nach 0,440 Euro im Vorjahresquartal. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 632,0 Millionen Euro erwartet, ein Plus von 19,87 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Sollten sich diese Schätzungen bestätigen, würde das die These stützen, dass TKMS seine Auftragsbestände zunehmend in Umsatz überführt.

Die Erwartungshaltung am Markt ist entsprechend hoch. Der Rückzug des GNYK-Angebots dürfte im Bericht eine Rolle spielen, ebenso die Frage, wie sich die ausgeweitete Navantia-Kooperation operativ auswirkt. Beide Ereignisse fallen in den Berichtszeitraum und könnten bei der Zahlenvorlage konkretisiert werden.

Deutsche Bank sah zuletzt Kursziel von 110 Euro

Am 24. Juli, dem Tag der Navantia-Unterzeichnung, bekräftigte die Deutsche Bank Research ihre Einstufung „Buy" für TKMS mit einem Kursziel von 110,00 Euro. Analyst Sriram Krishnan begründete die Einschätzung mit einer kontinuierlichen Projektabwicklung des Unternehmens, trotz der in der Rüstungsbranche üblichen Schwankungen bei der Umsatzrealisierung. Das Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Kursniveau von 82,00 Euro, an dem die Aktie am Freitag mit einem Plus von 1,23 Prozent notiert.

Der Kurs hat sich seit dem 52-Wochen-Tief im November deutlich erholt, bleibt aber weiterhin 23,06 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Oktober. Diese Distanz verdeutlicht, dass die jüngste Erholung noch keine vollständige Rückkehr zu den Höchstständen bedeutet, sondern eher eine schrittweise Stabilisierung auf erhöhtem Niveau markiert.

Rüstungsaufträge als Hintergrund der Bewertung

Die strategische Neuausrichtung bei Navantia und GNYK fällt in eine Phase, in der TKMS von mehreren größeren Beschaffungsentscheidungen der Bundesregierung profitiert. Ende Juni entschied sich das Bundesministerium der Verteidigung, das ursprünglich an Damen Shipyards vergebene Fregattenprojekt F126 abzubrechen und stattdessen acht Einheiten des Typs MEKO A-200-DEU von TKMS zu beschaffen. Als Begründung wurden Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Vorgängerprojekt genannt.

Bereits Ende Juni gab es zudem Berichte über eine bevorstehende Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages zum Programm F127, das acht Luftverteidigungsfregatten umfassen soll. Das geschätzte Auftragsvolumen für das unter Führung von TKMS stehende Konsortium liegt bei rund 26 Milliarden Euro. Zusammen mit der ausgeweiteten Navantia-Kooperation und dem GNYK-Rückzug zeichnet sich ein Bild eines Unternehmens ab, das seine internationalen Partnerschaften neu justiert, während es gleichzeitig von der Aufrüstung der Bundeswehr profitiert. Wie sich diese Entwicklungen finanziell niederschlagen, wird der Quartalsbericht am 12. August zeigen müssen.

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