Tomra: 25 Prozent Umsatzsprung auf 405 Millionen
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 10:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der norwegische Spezialist für Leergutrücknahme Tomra ASA hat am Montag einen kräftigen Umsatzsprung für das zweite Quartal 2026 vermeldet. Während das Sammelgeschäft von neuen Märkten in Osteuropa profitierte, kämpft die Recycling-Sparte des Unternehmens derzeit mit einer spürbaren Investitionszurückhaltung der Kunden.
Wachstumsmarkt Polen treibt die Sammelsparte
Im zweiten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz um 25 Prozent auf 405 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten die Erlöse noch bei 325 Millionen Euro gelegen. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist der schnelle Aufbau des Pfandsystems in Polen. Dort hat Tomra bereits mehr als 7.000 Leergutautomaten installiert.
Die Sparte Collection, die das Kerngeschäft mit Rücknahmesystemen umfasst, verzeichnete einen Umsatzanstieg von 45 Prozent auf 246 Millionen Euro. Auch für die kommenden Jahre sichert sich das Unternehmen neue Marktanteile. In Großbritannien konnte Tomra einen Vertrag über die Lieferung von rund 1.200 Automaten an eine große internationale Einzelhandelskette abschließen. Die Auslieferungen der Modelle S2 und T-100 sollen in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen, bevor im Oktober 2027 das offizielle britische Pfandsystem startet.
Herausforderungen im Recycling-Segment
Trotz der Erfolge bei der Leergutrücknahme zeigt sich in der Recycling-Sparte ein rückläufiger Trend. Hier sank der Umsatz um 11 Prozent auf 51 Millionen Euro. Das Unternehmen führt dies auf einen geringeren Auftragseingang im vergangenen Jahr zurück. Das bereinigte EBITA des Gesamtkonzerns stieg dennoch auf 57 Millionen Euro nach 44 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
CEO Tove Andersen wies darauf hin, dass europäische Kunststoff-Recycler ihre Investitionsentscheidungen derzeit um mindestens ein Jahr aufschieben. Laut Reuters nannte sie niedrige Preise für recycelten Kunststoff und allgemeine Handelsunsicherheiten als Gründe. Dies geschieht trotz der herannahenden EU-Recyclingziele für das Jahr 2030. In Australien bemüht sich Tomra zudem gemeinsam mit dem Partner Cleanaway um die Verlängerung eines Vertrags als Netzwerkbetreiber in New South Wales, der im Juli 2027 ausläuft.
Analysten korrigieren Prognosen und Insiderkäufe
Die aktuelle Geschäftsentwicklung veranlasste Marktbeobachter zu einer Anpassung ihrer Erwartungen. Medienberichten zufolge wurde der Konsens für den Jahresumsatz 2026 von zuvor 1,58 Milliarden Euro auf 1,51 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Die Schätzung für den Gewinn pro Aktie beläuft sich nun auf 0,426 Euro. Analysten bewerten die Aktie nach den jüngsten Quartalszahlen mit einer Halteposition und einem Kursziel von 105,00 US-Dollar.
Auf der Führungsebene setzt man hingegen auf die langfristige Entwicklung. Board-Mitglied Pierre Couderc erwarb am Donnerstag vergangener Woche 1.600 Aktien zu einem Preis von 103,00 Norwegischen Kronen pro Stück. Damit erhöhte er seinen Bestand auf insgesamt 8.288 Anteile. Zudem gab das Unternehmen für das dritte Quartal eine Zinsanpassung für seine ESG-verknüpfte Anleihe bekannt.
Die Aktie notiert heute bei 16,12 Euro, was einem Rückgang von 1,93 Prozent entspricht. Damit liegt der Kurs weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 21,35 Euro. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftszahlen wird das Unternehmen am 23. Oktober mit dem Bericht zum dritten Quartal geben.
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