Tomra Systems Aktie: PPWR greift Mitte August 2026
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 04:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tomra Systems steuert auf eine wegweisende Phase zu. Trotz eines zweistelligen Minus seit Jahresbeginn hat die Aktie zuletzt deutlich an Fahrt gewonnen. Nun rückt eine technische Hürde in den Fokus, die über den künftigen Trend entscheiden dürfte.
Härtetest am Widerstand
Die Aktie des norwegischen Recycling-Spezialisten erzielte in den vergangenen 30 Tagen ein Plus von rund 15 Prozent. Damit steht das Papier unmittelbar vor dem 200-Tage-Durchschnitt bei 10,09 Euro. Gelingt der Sprung über diese Marke, könnte dies den langfristigen Abwärtstrend beenden.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei 64,7 Punkten. Damit nähert sich der Wert zwar dem überkauften Bereich, lässt aber technisch gesehen noch Spielraum für weitere Zuwächse. Nach unten bietet der 50-Tage-Durchschnitt bei 8,97 Euro derzeit eine solide Unterstützung.
Rückenwind aus Brüssel
Ein kräftiger Impuls für die gesamte Branche steht unmittelbar bevor. Die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) tritt Mitte August 2026 in Kraft. Diese Gesetzgebung verpflichtet die Mitgliedstaaten zu strengen Recyclingquoten und verbindlichen Reduktionszielen.
Tomra dürfte als Marktführer für Leergutrücknahmesysteme und Sortiertechnik massiv profitieren. Einzelhändler und Hersteller müssen ihre Infrastruktur europaweit aufrüsten, um die neuen Standards zu erfüllen. Dies sichert dem Unternehmen langfristig eine hohe Nachfrage nach automatisierten Sammelsystemen.
Operative Wende geschafft
Bereits im zweiten Quartal 2026 zeigte Tomra eine starke operative Dynamik. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 405 Millionen Euro. Damit untermauert der Konzern seinen Erholungskurs nach einem schwierigen Start in das laufende Geschäftsjahr.
Die wichtige Collection-Sparte trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Der Bereich verzeichnete ein Erlösplus von 45 Prozent auf 246 Millionen Euro. Parallel dazu stabilisiert sich das Geschäft in der Recycling-Sparte. Dort wuchs der Auftragseingang zuletzt um 40 Prozent.
Expansion in neue Märkte
Das Wachstum wird zudem durch den Roll-out neuer Pfandsysteme getrieben. In Polen installierte das Unternehmen allein über 7.000 Pfandautomaten. Weitere Projekte in Singapur und Portugal befinden sich in der Umsetzung.
Dazu passen die jüngsten Signale aus der Führungsetage. Ein Vorstandsmitglied kaufte Ende Juli Aktien des eigenen Unternehmens. Marktteilnehmer werten solche Insiderkäufe oft als Vertrauensbeweis in die strategische Neuausrichtung hin zu profitablen Wachstumsmärkten.
Die kommende Handelswoche wird zeigen, ob die Kraft der Käufer für einen Ausbruch reicht. Schafft die Aktie den nachhaltigen Sprung über die 10-Euro-Marke, wäre der Weg für eine fortgesetzte Erholung frei. Das operative Momentum und die anlaufende EU-Regulierung bilden dafür eine solide Basis.
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