TomTom Aktie: Umbau mit Sparprogramm
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 17:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deTomTom streicht rund 200 Stellen und ordnet das Geschäft neu. Gleichzeitig hebt der Kartenspezialist seine Margenprognose an. Das Quartal fiel beim Gewinn deutlich besser aus als erwartet, beim Umsatz blieb es schwach.
Gewinn über den Erwartungen
Der Umsatz sank im dritten Quartal um knapp 6 Prozent auf 129 Millionen Euro und lag leicht unter dem Konsens von 131 Millionen. Das operative Ergebnis erreichte dagegen 6 Millionen Euro, erwartet waren 3 Millionen. Die operative Marge von 5 Prozent übertraf die Konsensschätzung von 2 Prozent klar.
Hinter dem Umsatzrückgang steckt vor allem das Autogeschäft. Der operative Automobilumsatz fiel um 19 Prozent auf 68 Millionen Euro. Kundenverträge laufen aus, außerdem enthielt das Vorjahresquartal Lizenznachmeldungen für frühere Perioden. Das Geschäft mit Navigationsgeräten schrumpfte weiter: Der Konsumentenumsatz sank um 24 Prozent auf 14 Millionen Euro, auch wegen knapper Speicherchips.
Die Bruttomarge stieg auf 90 Prozent, getragen von einem höheren Anteil an Software und Inhalten. Die Betriebskosten lagen mit 111 Millionen Euro unter den erwarteten 116 Millionen. Die Nettoliquidität beträgt 239 Millionen Euro, Schulden gibt es keine.
Drei Divisionen, 21 Millionen Einsparung
Künftig gliedert sich TomTom in Automated Driving, Location Intelligence und Navigation. Das Unternehmen will Managementebenen abbauen und schneller entscheiden. Die Maßnahme kostet im vierten Quartal rund 15 Millionen Euro, spart aber jährlich etwa 21 Millionen Euro. Die Berichtssegmente bleiben unverändert.
Die Prognose für 2026 fällt konkreter aus:
- Umsatz: 505 bis 530 Millionen Euro, zuvor 495 bis 555 Millionen
- Operative Marge: rund 4 Prozent inklusive Restrukturierung, zuvor rund 3 Prozent
- Marge ohne Einmalkosten: rund 7 Prozent
Der Konsens für die Marge lag bei 5 Prozent, die eingerechnete Belastung drückt den Wert also darunter.
KI als Wachstumshoffnung
Chef Mike Schoofs setzt auf Kartendaten für KI-Anwendungen. TomTom erweitert die Zusammenarbeit mit Microsoft, sodass Unternehmenskunden Standortdaten über Microsoft Fabric und Foundry nutzen können. Hinzu kommen ein Server für das KI-System Claude und eine Kooperation mit DeepRoute.ai beim automatisierten Fahren.
Schoofs räumte ein, dass sich damit nicht sofort Geld verdienen lässt. Erst müssten Marktzugang und Glaubwürdigkeit wachsen. Den Wachstumstreiber 2027 sieht die Führung weiter in der Navigation, etwa durch Serienanläufe neuer Fahrzeugmodelle. Aufträge aus autonomem Fahren und Unternehmens-KI sollen zunächst die Auftragseingänge füllen, der Umsatz folgt später.
Die Aktie legte zuletzt leicht auf rund 3,85 Dollar zu und bleibt damit nahe dem Jahrestief. Seit Jahresbeginn hat sie rund 30 Prozent verloren. Für 2027 stellt TomTom beim Umsatz der Location Technology wieder Wachstum in Aussicht; bis dahin laufen noch drei Quartale lang Kundenverträge im Unternehmensgeschäft aus.
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