TSMC Aktie: Microsoft verhandelt über 300.000 Maia-Chips
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 22:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltweit führende Halbleiterhersteller TSMC setzt seinen Wachstumskurs mit unverminderter Dynamik fort. Am heutigen Montag veröffentlichte das Unternehmen seine konsolidierten Umsatzzahlen für Juli 2026, die einen neuen Rekordwert markieren.
Demnach erwirtschaftete der Konzern einen Nettoumsatz von 467,58 Milliarden Neuen Taiwan-Dollar (umgerechnet rund 14,49 Milliarden US-Dollar). Dies entspricht einer Steigerung von 44,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und einem Zuwachs von 5,6 Prozent gegenüber Juni 2026. Haupttreiber dieser Entwicklung bleibt die ungebrochene Nachfrage nach Hochleistungsrechnern sowie speziellen Chips für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).
Massive Aufträge von Microsoft und Sony
Parallel zu den starken Geschäftszahlen werden neue Großprojekte bekannt. Medienberichten zufolge führt Microsoft derzeit Verhandlungen mit TSMC, um sich Fertigungskapazitäten für mehr als 300.000 Einheiten des KI-Chips „Maia 300“ zu sichern.
Die Auslieferung dieser Komponenten ist für das Jahr 2027 geplant und unterstreicht das Bestreben der US-Technologiekonzerne, ihre Abhängigkeit von externen Chiplieferanten durch eigene Designs zu verringern.
Zudem konkretisieren sich die Expansionspläne in Japan. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, stehen TSMC und Sony in Gesprächen über ein Joint Venture im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar. Ziel der Kooperation ist die Produktion von Bildsensoren der nächsten Generation.
An diesem Gemeinschaftsunternehmen soll Sony voraussichtlich einen Anteil von 60 Prozent halten, während TSMC die verbleibenden 40 Prozent übernimmt. Unterdessen konnte das JASM-Werk in Kumamoto den Betrieb wieder aufnehmen, nachdem die Fertigung am Freitag aufgrund eines schweren Erdbebens vorsorglich unterbrochen worden war.
Produktionsfortschritte bei 3-Nanometer-Chips
Die technologische Marktführerschaft schlägt sich auch in einer beschleunigten Skalierung der Fertigungsprozesse nieder. Berichten aus der Lieferkette zufolge wird die Kapazität für den 3-Nanometer-Prozess früher als ursprünglich geplant hochgefahren. Aufgrund umfangreicher Bestellungen von Großkunden wie Broadcom, AMD und Nvidia wird erwartet, dass der monatliche Ausstoß bis zum Beginn des vierten Quartals 180.000 Wafer erreicht.
Trotz der hohen Nachfrage gibt es logistische Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Apple. Medienberichten zufolge lagern bei TSMC derzeit Bestände der „A20 Pro“-Chips im Wert von über einer Milliarde US-Dollar. Die endgültige Verpackung dieser Prozessoren verzögert sich, da notwendige DRAM-Lieferungen von Apples Zulieferern noch ausstehen.
An der Börse wird die Aktie derzeit bei 365,00 € gehandelt und verzeichnete seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 42,02 %. Trotz der jüngsten Erfolge notiert das Papier aktuell noch rund 13,20 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Analysten heben die Kursziele an
Die jüngsten Quartalszahlen vom 16. Juli, bei denen TSMC einen Nettogewinn von 22 Milliarden US-Dollar und ein Umsatzplus von 36 Prozent auswies, sorgen weiterhin für positive Einschätzungen bei Experten.
In der Folge hob die Geschäftsführung die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 auf etwas über 40 Prozent in US-Dollar-Basis an. Auch die geplanten Investitionsausgaben wurden auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert.
Reagierend auf diese Entwicklung haben mehrere Analysehäuser Ende Juli ihre Kursziele angepasst. Die Analysten von Needham & Company LLC erhöhten ihr Ziel von 480 auf 530 US-Dollar, während DA Davidson das Kursziel auf 500 US-Dollar festsetzte; beide Häuser vergaben ein „Buy“-Rating. Am vergangenen Samstag stufte das Analysehaus Wall Street Zen die Aktie hingegen leicht von „Strong-Buy“ auf „Buy“ herab.
Auch auf Seiten der institutionellen Investoren gab es im zweiten Quartal deutliche Bewegungen: Während Firmen wie Sapient Capital LLC ihre Bestände massiv aufstockten, trennte sich First Eagle Investment Management von 156.540 Anteilen. Aus dem Management gab Vize-Präsident Bor-Zen Tien ein positives Signal und erwarb Ende Juli privat 1.000 Aktien des Unternehmens.
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