TUI Aktie: Kebschull übernimmt Hapag-Lloyd Cruises
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deTUI stellt die Führung seiner Luxuskreuzfahrt-Tochter neu auf. Wie TUI Cruises heute mitteilte, übernimmt Salika Kebschull künftig die Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Cruises. Sie folgt auf Isolde Susset, die nach langjähriger Tätigkeit für das Unternehmen in den Ruhestand tritt.
Susset lenkte seit 2024 die gesamte Flotte als Managing Director und verantwortete unter anderem die Indienststellung der drei Neubauten Hanseatic nature, Hanseatic inspiration und Hanseatic spirit. Kebschull übernimmt das Ruder offiziell zum 1. Januar 2027, nachdem sie zuvor Stationen bei Sea Cloud Cruises sowie in der Luxushotellerie durchlief. Bereits am 1. November nimmt sie ihre Tätigkeit auf, um die Übergabe vorzubereiten.
Die Personalentscheidung fällt in eine Phase, in der das Schifffahrtsgeschäft des Reisekonzerns strategisch an Gewicht gewinnt. Neben dem Hochseekreuzfahrtbereich investiert TUI auch in das Geschäft auf den Binnengewässern. Auf den europäischen Flüssen baut der Konzern sein Angebot gezielt aus, um von der Nachfrage nach Urlaubsreisen auf dem Wasser zu profitieren.
Wachstumspläne im Flussreise-Segment
TUI River Cruises forciert den Flottenausbau und will das Angebot bis 2028 auf zehn Schiffe aufstocken. Auf dem portugiesischen Douro soll dazu das neue Schiff TUI Luzia in See stechen. Die Reederei reagiert damit auf das wachsende Interesse an Flussreisen in europäischen Regionen.
Der Markt für Flusskreuzfahrten verzeichnete in Europa zuletzt ein spürbares Passagierplus. Rhein und Donau bilden dabei das traditionelle Kernrevier der Branche, allerdings beeinträchtigten im Sommer niedrige Wasserstände auf wichtigen Routen zeitweise den Reisebetrieb.
Belastungen aus dem operativen Umfeld
Die jüngsten Geschäftszahlen des Reisekonzerns verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen im Tourismussektor. Neben gestiegenen Treibstoffkosten drückten geopolitische Faktoren auf die Ertragskraft.
Die geopolitischen Spannungen im östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten zwangen den Konzern zu Routenanpassungen und Umbuchungen. Insbesondere das Kreuzfahrtgeschäft sah sich mit kurzfristigen Stornierungen und Sonderaufwendungen für Rückholaktionen von Urlaubern konfrontiert.
Insgesamt bezifferte TUI die direkten Belastungen aus dem Nahostkonflikt auf rund 69,2 Millionen Pfund.
Für Anleger steht vor diesem Hintergrund die Frage im Mittelpunkt, wie robust sich das Reisegeschäft gegenüber externen Schocks und schwankenden Betriebskosten behaupten kann. Die strategische Neuausrichtung einzelner Segmente soll dazu beitragen, margenstärkere Nischen auszubauen und die Ertragsbasis wetterfester aufzustellen.
Kursentwicklung an der Börse
Im heutigen Handel verliert das Papier 1,3 Prozent auf 6,79 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die TUI-Aktie damit einen Wertverlust von 24 Prozent.
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