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UBS Aktie: Analysten wagen Goldpreis-Prognose

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBS erwartet bei höheren US-Zinsen zunächst Druck auf Gold, sieht aber Notenbankkäufe und physische Nachfrage als stützende Faktoren.

Moderner Bankschalter mit Glaspartitionen und Stahltresor im Hintergrund
UBS Group AG CH0244767585 zeigt einen modernen Bankschalterbereich mit eleganten Glaspartitionen und massiver Stahl-Tresortür Illustration mit AI erstellt.

Zwei Tage vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank tritt UBS als eine der prominentesten Stimmen am Goldmarkt auf. Die Kernbotschaft der Analysten: Selbst eine Zinserhöhung würde den Aufwärtstrend beim Edelmetall nicht brechen, sondern höchstens kurz bremsen.

Strategin Joni Teves argumentiert, die jüngste Stärke des Goldpreises nach den US-Arbeitsmarktdaten sei kein Zeichen dafür, dass Zinsen an Bedeutung verlieren. Der Markt habe die verschärften Zinserwartungen schlicht schon eingepreist. Für Anleger verschiebt das die entscheidende Frage weg vom reinen Ob der Erhöhung hin zu den Kräften, die den Preis auch bei Gegenwind stützen.

Zwei Szenarien, ein Fazit

Kommt die Zinserhöhung, rechnet UBS mit einer reflexartigen Korrektur, weil Realzinsen und US-Dollar zunächst anziehen dürften. Nachhaltig sei dieser Rücksetzer aber nicht — saisonale physische Nachfrage und Käufe institutioneller wie staatlicher Investoren zu tieferen Kursen sollten den Rückgang begrenzen.

Bleibt der Zinsschritt hingegen aus, dürften Anleger dem Metall regelrecht hinterherlaufen, zumal eine Pause die Debatte um die Unabhängigkeit der Notenbank neu befeuern könnte.

Unterm Strich sieht UBS die Risiken zweiseitig, aber nach oben geneigt. Gold bleibe anfällig für überraschend straffe Signale, reagiere inzwischen aber empfindlicher auf positive Auslöser.

Notenbanken als tragende Säule

Hinter der Widerstandskraft des Goldpreises steht vor allem die Nachfrage der Notenbanken. Nach Einschätzung von UBS stockte China allein im August rund 20 Tonnen auf und kommt damit im laufenden Jahr auf etwa 80 Tonnen — der stärkste Lauf seit Ende 2023. Der World Gold Council meldete für das zweite Quartal 2026 netto rund 289 Tonnen an Notenbankkäufen, angeführt von Polen und China.

Diese Abhängigkeit von staatlichen Käufern ist zugleich die Schwachstelle der Rally. Drosseln Polen oder China ihr Tempo oder drehen gar ins Verkaufen, bricht eine zentrale Stütze weg. Hinzu kommt das Risiko eines restriktiveren Kurses von Notenbankchef Kevin Warsh, der über steigende Realzinsen und einen festeren Dollar unmittelbar auf den Goldpreis durchschlagen würde.

Passend dazu warnt UBS in einer separaten Einschätzung Notenbanken davor, sich von aktuellen Inflationserwartungen in die Irre führen zu lassen — ein Hinweis darauf, wie eng geldpolitische Zurückhaltung und Goldpreisentwicklung derzeit verzahnt sind.

Entscheidend wird am Mittwoch weniger der Zinsschritt selbst als der Ton von Warsh auf der Pressekonferenz und die aktualisierten Projektionen der Fed. An ihnen wird der Markt ablesen, wie lange das aktuelle Zinsniveau Bestand haben dürfte.

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