UBS Aktie: Gelassenheit vor Fed-Entscheid
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Heute Abend entscheidet die Federal Reserve über den ersten Zinsschritt seit 2023 — und die Richtung zeigt nach oben. Für viele Anleger klingt das nach schlechten Nachrichten für Aktien. Die UBS widerspricht dieser Intuition mit historischen Daten.
Historie spricht für den Aktienmarkt
Die Bank hat 16 Zinserhöhungszyklen seit 1954 untersucht. Das Ergebnis: Im ersten Jahr nach der jeweils ersten Zinsanhebung legte der S&P 500 im Schnitt um 10,8 Prozent zu. Kein einziger dieser Zyklen mündete demnach binnen zwölf Monaten in einen Bärenmarkt.
Die UBS-Strategen um David Lefkowitz stellen dabei eine These in den Mittelpunkt: Nicht die Zinsentscheidung selbst treibt die Kurse, sondern das Gewinnwachstum der Unternehmen. Als Stütze dient der Auftragseingang im ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe — der zeigt sich aktuell robust, befeuert auch durch anhaltende Investitionen in Künstliche Intelligenz, die laut UBS mindestens bis 2027 anhalten dürften.
Kein aggressiver Straffungszyklus erwartet
Das größte mittelfristige Risiko sieht die Bank in den KI-Infrastrukturausgaben — allerdings nur, falls die Geldpolitik deutlich stärker strafft als derzeit erwartet. Genau das hält die UBS für unwahrscheinlich. Sie hält an ihren Kurszielen für den S&P 500 fest: 8.100 Punkte zum Jahresende, 8.400 Punkte bis Mitte 2027.
Die Bewertungsargumentation stützt sich auf das gesunkene Kurs-Gewinn-Verhältnis des Index, das von 22 zu Jahresbeginn auf rund 19,5 gefallen ist, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5 Prozent zusteuert. Ein Großteil der Korrektur durch die geldpolitische Straffung könnte damit bereits im Kurs stecken.
Andere Wall-Street-Häuser stützen das Bild mit eigenen Beobachtungen. Goldman Sachs verweist darauf, dass der S&P 500 in den ersten drei Monaten nach früheren Zinserhöhungszyklen im Schnitt um 2 Prozent fiel, nach zwölf Monaten aber 9 Prozent im Plus lag.
JPMorgan hält einen flachen Zinserhöhungspfad für verkraftbar, warnt jedoch vor erheblichem Abwärtspotenzial, sollte die Inflation erneut beschleunigen. Morgan Stanley wiederum erwartet, dass sich zyklische Werte und Momentum-Titel nach der ersten Anhebung überdurchschnittlich entwickeln.
Der aktuelle Leitzins liegt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Entscheidung wird um 20:00 Uhr deutscher Zeit erwartet, gefolgt von einer Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh um 20:30 Uhr. Ob die historischen Muster, auf die sich die UBS beruft, auch diesmal greifen, zeigt sich an den Marktreaktionen der kommenden Handelstage.
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