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Unicredit Aktie: BaFin leitet Commerzbank-Antrag weiter

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BaFin leitet UniCredit-Antrag zur Commerzbank-Übernahme an die EZB weiter. Eine Entscheidung wird für Oktober oder November erwartet.

UniCredit-Übernahme der Commerzbank: EZB prüft Milliarden-Deal
Moderne Glasfassaden eines Bürogebäudes in einem Finanzviertel bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Expansionspläne der italienischen Großbank UniCredit in Deutschland haben eine entscheidende regulatorische Hürde genommen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat den Antrag des Instituts auf Überschreitung der Beteiligungsschwelle von 30 Prozent an der Commerzbank als vollständig eingestuft und zur abschließenden Prüfung an die Europäische Zentralbank (EZB) weitergeleitet. Damit rückt eine mögliche Übernahme des Frankfurter Traditionshauses in greifbare Nähe.

BaFin-Votum verschiebt Entscheidung zur EZB

Nachdem die BaFin die Dokumentation bereits Ende Juli geprüft hatte, wurde das Dossier nun offiziell an die Aufsichtsinstanz in Frankfurt übermittelt. Für die EZB beginnt damit ein festgeschriebenes Verfahren: Die Notenbank hat 60 Arbeitstage Zeit für eine Entscheidung, wobei diese Frist um weitere 20 Tage verlängert werden kann. In Marktkreisen wird damit gerechnet, dass ein endgültiges Placet in der zweiten Oktoberhälfte oder im November vorliegt. Eine Genehmigung gilt unter Beobachtern als wahrscheinlich.

Parallel dazu bereitet UniCredit-CEO Andrea Orcel den Boden für weitere Schritte. Medienberichten zufolge kam der Verwaltungsrat der Bank am gestrigen Dienstag zusammen, um neben den aktuellen Quartalszahlen auch strategische Optionen im Bereich Mergers & Acquisitions (M&A) zu erörtern. Orcel schloss dabei eine weitere Erhöhung des Anteils an der Commerzbank nicht aus. Die UniCredit-Aktie notiert am heutigen Mittwoch bei 85,02 Euro und damit nur knapp unter ihrem heute erreichten 52-Wochen-Hoch von 85,92 Euro.

Komplexe Beteiligungsstruktur und Kontrollziele

Die aktuelle Beteiligung der UniCredit an der Commerzbank ist vielschichtig. Das italienische Institut hält derzeit 47,59 Prozent des Kapitals, was nach Berücksichtigung aller Faktoren einem Stimmrechtsanteil von 49,65 Prozent entspricht. Zusätzlich sicherte sich die Bank über Derivate, primär Total Return Swaps, Zugriff auf weitere 11,48 Prozent der Anteile. Dem steht der deutsche Staat gegenüber, der weiterhin eine Beteiligung von 12,7 Prozent hält.

Sollte die EZB die Mehrheitsbeteiligung genehmigen, stehen dennoch weitere Genehmigungsverfahren aus. So müssen unter anderem die EU-Wettbewerbshüter, die US-Notenbank Fed sowie die polnische Finanzaufsicht zustimmen. Eine vollständige Kontrolle über die Commerzbank könnte den Planungen zufolge in der ersten Hälfte des Jahres 2027 realisiert werden.

Finanzielle Implikationen und operative Synergien

Eine Fusion der beiden Institute hätte weitreichende Folgen für die Kapitalstruktur und die Belegschaft. Analysten weisen darauf hin, dass die UniCredit derzeit über eine harte Kernkapitalquote (Tier-1) von 10,5 Prozent verfügt, während die Commerzbank 12,0 Prozent ausweist. Ein Zusammenschluss könnte die kombinierte Quote auf ein Niveau von etwa 12 Prozent heben.

Operativ wird das Potenzial für Synergien jedoch auch kritisch gesehen. Schätzungen von Branchenexperten gehen davon aus, dass im Falle einer erfolgreichen Integration innerhalb der ersten 24 Monate bis zu 18 Prozent der gesamten Belegschaft abgebaut werden könnten, um die Effizienzziele zu erreichen. An der Börse wird die konsequente Strategie des Managements bisher honoriert: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier der UniCredit ein Kursplus von 19,71 Prozent. Neben der Commerzbank-Thematik stehen für den Konzern im August weitere Treffen zur Bewertung der europäischen Bankenlandschaft an, wobei UniCredit seine Position als einer der aktivsten Konsolidierer im Sektor festigt.

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