Unilever, Aktie

Unilever Aktie: CMA prüft McCormick-Deal

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 13:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die britische CMA untersucht Unilevers geplante Abspaltung des Lebensmittelgeschäfts mit McCormick; eine Entscheidung soll bis November fallen.

Unilever: CMA prüft geplante Lebensmittel-Transaktion mit McCormick
Abstrakte, professionelle Aufnahme einer modernen Küche mit verschwommenen Lebensmittelverpackungen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA nimmt den geplanten milliardenschweren Umbau des Lebensmittelgeschäfts von Unilever genauer unter die Lupe. Die Aufsichtsbehörde hat gestern formell eine Phase-1-Prüfung des Zusammenschlusses der Unilever-Sparte mit dem US-Konzern McCormick eingeleitet. Untersucht wird nach den Vorgaben des Enterprise Act 2002, ob die Transaktion den Wettbewerb auf den britischen Märkten erheblich beeinträchtigen könnte.

Die Entscheidung der Kartellbehörde, ob das Vorhaben durchgewunken oder an eine vertiefte Phase-2-Prüfung verwiesen wird, soll bis zum 11. November 2026 fallen. An der Börse notiert die Unilever-Aktie heute bei 53,97 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,6 Prozent entspricht.

Milliardenschwere Neuordnung des Portfolios

Gegenstand des Verfahrens ist die im März angekündigte Transaktion, bei der Unilever den Großteil seiner Lebensmittelaktivitäten abspaltet und mit McCormick kombiniert. Der Unternehmenswert für diesen Bereich liegt bei rund 44,8 Milliarden US-Dollar, während der Gesamtwert der kombinierten Einheit auf etwa 65 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Die Lebensmittelsparte steuerte zuletzt rund ein Viertel zum Gesamtumsatz von Unilever bei.

Unter dem Dach der neuen Gesellschaft sollen bekannte globale Marken wie Knorr und Hellmann’s auf McCormick-Marken wie French’s und Frank’s RedHot treffen. Nicht Teil der Transaktion sind unter anderem das Eistee-Geschäft Lipton sowie Aktivitäten in Indien, Nepal und Portugal.

Finanziell ist der Deal als sogenannte Reverse-Morris-Trust-Transaktion strukturiert. Unilever-Aktionäre sollen nach Abschluss direkt 55,1 Prozent der Anteile halten, während der Konzern selbst eine Beteiligung von 9,9 Prozent behält. Den restlichen Anteil von 35 Prozent kontrollieren die bisherigen McCormick-Aktionäre. Zudem fließen Unilever im Zuge der Vereinbarung Barmittel in Höhe von 15,7 Milliarden US-Dollar zu.

Zugeständnisse und Zeitplan bis 2027

Um wettbewerbsrechtlichen Bedenken vorzugreifen, hatte der Konsumgüterkonzern bereits Zugeständnisse vorbereitet. So steht die britische Traditionsmarke Colman's Mustard zum Verkauf, da McCormick im Senfsegment bereits mit French's stark vertreten ist.

Neben den behördlichen Auflagen versprechen sich die beteiligten Unternehmen erhebliche finanzielle Vorteile durch die Bündelung der Kräfte. Geplant sind jährliche Synergien von rund 600 Millionen US-Dollar, wovon der überwiegende Teil bis zum Ende des zweiten Jahres nach Vollzug realisiert werden soll. Dem stehen geschätzte Einmalkosten von rund 300 Millionen US-Dollar gegenüber.

Mit der Frist bis zum 11. November 2026 steht nun die erste wesentliche regulatorische Hürde im Vereinigten Königreich fest. Der vollständige Abschluss der Transaktion wird nach Unternehmensangaben für Mitte 2027 angestrebt.

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