Unilever Aktie: Colman’s steht zum Verkauf
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 04:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unilever treibt die Neuausrichtung seines Portfolios voran und bereitet den Verkauf der traditionsreichen britischen Senfmarke Colman’s vor. Hintergrund der Entscheidung sind wettbewerbsrechtliche Bedenken im Zusammenhang mit der geplanten Fusion der Lebensmittelsparte von Unilever mit dem US-Konzern McCormick.
Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wurde die Investmentbank Rothschild beauftragt, potenzielle Käufer für die seit 1814 bestehende Marke zu finden, für die Unilever bereits das Interesse möglicher Bieter prüft.
An der Börse reagierte das Papier am gestrigen Donnerstag verhalten und schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 55,37 Euro. Damit notiert der Wert aktuell rund 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 63,45 Euro, das Mitte Februar erreicht wurde. Dennoch liegt der Kurs mit dem Schlussstand von 55,37 Euro weiterhin 2,2 Prozent über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 54,19 Euro.
WettbewerbshĂĽrden fĂĽr Milliarden-Deal
Der geplante Verkauf von Colman’s dient dazu, den Weg für die bereits im März 2026 angekündigte Fusion des Lebensmittelgeschäfts mit McCormick freizumachen. Die Transaktion hat laut Berichten des NY Morning Star ein Volumen von rund 44,8 Milliarden US-Dollar.
Da McCormick bereits die Marke French’s besitzt, prüfen die Wettbewerbsbehörden im Vereinigten Königreich und in den USA die Marktkonzentration im Senfsegment genau. Durch den Verkauf von Colman’s möchte Unilever kartellrechtlichen Konflikten zuvorkommen, die den Abschluss des Gesamtgeschäfts gefährden könnten.
Der Deal umfasst vier Divisionen, darunter das Konsumgütergeschäft in Amerika sowie internationale Food-Service-Bereiche. Unilever soll im Zuge der Vereinbarung 15,7 Milliarden US-Dollar in bar erhalten. Die Aktionäre von Unilever werden laut Planungen rund 55 Prozent an dem neuen, kombinierten Unternehmen halten, während Unilever selbst eine Beteiligung von 9,9 Prozent behält.
Der Abschluss der gesamten Transaktion wird für Mitte 2027 erwartet. Marken wie Hellmann’s und Knorr, die rund 70 Prozent des Umsatzes der Sparte ausmachen, sind zentraler Bestandteil der neuen Einheit unter der Führung von CEO Brendan Foley.
Strategischer Fokus auf Beauty und Pflege
Die Trennung vom Lebensmittelgeschäft markiert einen tiefgreifenden Wandel in der Unternehmensstrategie des Konsumgüterriesen. Das Management setzt verstärkt auf die Segmente Beauty, Körperpflege und Haushaltspflege, um das Wachstum zu beschleunigen und die Bewertungslücke zu Wettbewerbern wie Procter & Gamble oder L'Oréal zu schließen.
Marktanalysen verdeutlichen diesen Handlungsdruck: Unilever wird derzeit mit einem EV/EBITDA-Multiple von 11,5x gehandelt, während Konkurrenten wie Coca-Cola deutlich höhere Multiplikatoren von über 22x aufweisen.
Parallel dazu strukturierte Unilever weitere Teilbereiche um. Wie das Wall Street Journal meldete, plant die Speiseeis-Sparte Magnum, drei unabhängige Direktoren in den Vorstand von Ben & Jerry’s zu berufen, um nach internen Abgängen die Führungsgremien zu stabilisieren. Gleichzeitig wies ein US-Bundesrichter einen Großteil der Klagen von Ben & Jerry’s gegen den Mutterkonzern ab, was eine rechtliche Entlastung für Unilever bedeutet.
Erfolg im indischen Steuerstreit
Zusätzlich zu den strategischen Umbauarbeiten konnte das Unternehmen einen signifikanten juristischen Erfolg in Indien verbuchen. Die Tochtergesellschaft Hindustan Unilever (HUL) gewann am Mittwoch einen Steuerstreit über rund 29.000 Crore Rupien vor dem High Court in Bombay. Das Gericht entschied, dass ein im Jahr 2021 ausgestellter Steuerbescheid für das Veranlagungsjahr 2018-19 verjährt war.
Der Fall bezog sich auf die indirekte Übertragung von Anteilen im Rahmen einer globalen Reorganisation des Konzerns. Obwohl dieser Sieg eine erhebliche finanzielle Unsicherheit beseitigt, gilt es als wahrscheinlich, dass die indische Steuerbehörde Berufung beim Supreme Court einlegen wird.
Dennoch stärkt das Urteil kurzfristig die Position der indischen Tochter, die zuletzt mit einem Umsatzplus von 10 Prozent ihr stärkstes Quartal seit Jahren vermeldete.
Unilever-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unilever-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten Unilever-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unilever-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Unilever: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
