United Continental Aktie: Kerosin drückt Ausblick
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 22:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deRekordumsatz, aber ein schwacher Gewinnausblick: United Airlines hat nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt, die zwei Seiten zeigen. Die Nachfrage boomt, doch die Spritrechnung frisst einen wachsenden Teil davon auf. Im nachbörslichen Handel gab die Aktie zeitweise um rund 2 Prozent nach.
Rekordumsatz, Kerosin als Bremse
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 17,4 Prozent auf 17,9 Milliarden Dollar, ein Rekord. Der Umsatz je verfügbarer Sitzmeile legte um 16 Prozent zu, das beste Wachstum seit der Pandemie. Premium-, Fracht- und Treueprogramm-Erlöse wuchsen jeweils zweistellig.
Der Nettogewinn erreichte 1,03 Milliarden Dollar oder 3,14 Dollar je Aktie, nach 2,90 Dollar im Vorjahr. Bereinigt blieben 2,54 Dollar je Aktie, knapp unter den erwarteten 2,57 Dollar.
Dahinter steht ein Anstieg der Kerosinkosten um 62 Prozent. Der Spritpreis lag bei 3,90 Dollar je Gallone, die Treibstoffrechnung stieg um 1,8 Milliarden Dollar.
Der bereinigte Vorsteuergewinn sank dadurch um knapp 9 Prozent. Der GAAP-Gewinn profitierte zudem von Gewinnen aus Flugzeug-Sale-and-Leaseback-Geschäften.
Vierter Quartal: Umsatz stark, Gewinn schwach
Für das Schlussquartal erwartet United ein Umsatzplus von über 20 Prozent und damit einen weiteren Rekord. Beim Gewinn fällt der Ausblick jedoch deutlich zurückhaltender aus. Das Management peilt bereinigt 0,50 bis 1,50 Dollar je Aktie an. Analysten hatten im Schnitt 1,76 Dollar erwartet. Selbst das obere Ende der Spanne liegt also klar darunter.
Die Aktie hatte regulär mit einem Plus von 2,7 Prozent bei gut 98 Dollar geschlossen. Nachbörslich rutschte sie in Richtung 95 Dollar.
Investitionen in Produkt und Bilanz
CEO Scott Kirby setzt auf Differenzierung über das Kundenerlebnis. Starlink-WLAN ist inzwischen auf mehr als 640 Flugzeugen installiert, bis Ende 2027 soll die gesamte Flotte ausgestattet sein. Außerdem kündigte United die größte internationale Netzerweiterung seiner Geschichte an, mit zehn neuen Zielen ab Sommer 2027, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Die Bilanz bleibt ein Thema. Die Nettoverschuldung liegt beim 2,4-Fachen des bereinigten EBITDAR, nach dem 2,1-Fachen vor einem Jahr. Der Free Cashflow war im Quartal negativ, vor allem wegen hoher Investitionen. Am 16. Oktober weitete United die revolvierende Kreditlinie von 3 auf 5 Milliarden Dollar aus.
Mehr Details zum Ausblick dürfte das Management bei der Telefonkonferenz am Mittwoch, 21. Oktober, um 10:30 Uhr Ostküstenzeit liefern. Dann zeigt sich, wie United die Kerosinlast ins Verhältnis zu den steigenden Ticketpreisen setzt.
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