United Internet Aktie: Schuldentausch bei 1&1
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 21:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
United Internet verschiebt Geld im eigenen Konzern: Die Mutter überträgt Darlehensforderungen an ihre Mobilfunktochter 1&1 und erhält dafür neue Aktien. Die Transaktion verändert die Beteiligungsverhältnisse, ohne dass frisches Kapital von außen fließt.
Forderungen gegen Aktien
Konkret gibt 1&1 knapp 35,4 Millionen neue Aktien aus. Das entspricht 20 Prozent des bestehenden Grundkapitals. Das Bezugsrecht der übrigen Aktionäre ist ausgeschlossen, zeichnen darf allein United Internet. Der rechnerische Ausgabepreis liegt bei 24,05 Euro und damit knapp unter dem Xetra-Schlusskurs von 24,25 Euro.
Als Gegenleistung tritt United Internet Darlehensansprüche gegen 1&1 Versatel ab, nominal 850,2 Millionen Euro. Versatel ist eine hundertprozentige mittelbare Tochter der 1&1 AG. Die Schuld verlagert sich damit faktisch in die Eigenkapitalstruktur der Tochter.
Mehr Spielraum für den Netzausbau
1&1 will nach eigenen Angaben die Kapitalstruktur stärken und die Eigenkapitalquote erhöhen. Das schaffe zusätzlichen finanziellen Spielraum, vor allem für den weiteren Netzausbau. United Internet verweist zudem darauf, dass sich die konzerninterne Finanzierungsstruktur vereinfache.
Die Beteiligung der Mutter an 1&1 steigt von rund 87,19 auf rund 89,32 Prozent. Für Minderheitsaktionäre bedeutet das eine Verwässerung, da sie nicht zeichnen dürfen.
Die Marktreaktion fiel verhalten aus: Im nachbörslichen Handel legten beide Titel zeitweise rund ein Prozent zu, 1&1 auf 24,20 Euro, United Internet auf 24,38 Euro.
Analysten sehen bei United Internet weiterhin Luft nach oben. Die Kursziele reichen von 27 bis 34 Euro. Die Kapitalmaßnahme selbst ist zunächst eine bilanzielle Umschichtung innerhalb des Konzerns, die den Finanzierungsspielraum von 1&1 für den Netzausbau erweitern soll.
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