UOB Aktie: Erste asiatische Bank mit tokenisierten Transaktionen
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die singapurische Großbank UOB hat am Donnerstag den europäischen Kapitalmarkt für eine umfangreiche Refinanzierung genutzt. Das Institut bepreiste eine duale Tranche von gedeckten Anleihen (Covered Bonds) im Gesamtwert von einer Milliarde Euro. Mit dieser Emission ist das Unternehmen der erste asiatische Emittent des laufenden Jahres, der dieses spezifische Format am Euro-Markt platziert.
Hohe Nachfrage nach Euro-Anleihen
Die Emission teilt sich in zwei Tranchen zu jeweils 500 Millionen Euro auf. Die erste Tranche hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wurde zu einem Zinssatz von 3,118 Prozent bepreist. Die zweite Tranche läuft über fünf Jahre bis zum 8. September 2031 und trägt einen Kupon von 3,342 Prozent. Für beide Papiere werden Spitzenbewertungen erwartet: Die Ratingagenturen Moody's und S&P stellen die Bestnoten Aaa beziehungsweise AAA in Aussicht.
Das Interesse der Investoren an den neuen Papieren war erheblich. In der Spitze erreichten die Orderbücher ein Volumen von 4,25 Milliarden Euro, was einer mehr als vierfachen Überzeichnung entsprach. Final wurden Aufträge über 3,9 Milliarden Euro für die Zuteilung berücksichtigt. Begleitet wurde die Transaktion unter anderem von der Commerzbank, der BNP Paribas und der Bank of Montreal.
Technologische Vorreiterrolle und juristischer Erfolg
Parallel zur Kapitalmarktaktivität treibt das Institut seine digitale Transformation voran. Gestern wurde bekannt, dass UOB als erste Bank mit Hauptsitz in Singapur Live-Transaktionen mit tokenisierten Einlagen auf dem Swift-Blockchain-Ledger erfolgreich abgeschlossen hat.
In Kooperation mit der HSBC wurden diese Transaktionen zunächst in Hongkong-Dollar durchgeführt. Das Projekt soll im September auf den Singapur-Dollar und den US-Dollar ausgeweitet werden, um das Liquiditätsmanagement und die Abwicklung von Zahlungen rund um die Uhr zu optimieren.
Flankiert wird die operative Entwicklung durch einen Erfolg vor Gericht. Ein Berufungsgericht in Singapur sprach der Bank am Donnerstag Schadenersatz in Höhe von 76,1 Millionen Singapur-Dollar (rund 59,8 Millionen US-Dollar) zu. In dem Verfahren um einen betrügerischen Immobilienkredit vervierfachten die Richter damit die ursprünglich festgesetzte Entschädigungssumme.
Wachstum im Wealth Management bei moderatem Kursniveau
Die jüngsten Entwicklungen folgen auf solide Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. Das Institut steigerte den Nettogewinn um 10 Prozent und verzeichnete im Bereich Wealth Management ein Rekord-Einkommen von 717 Millionen Singapur-Dollar. Dennoch korrigierte das Management die Prognose für das Wachstum der Gebühreneinnahmen auf einen niedrigen einstelligen Bereich nach unten.
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 27,53 Euro. Damit hat der Wert seit Jahresbeginn um 17 Prozent an Boden gewonnen. Aktuell liegt die Notierung jedoch rund 10 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 30,60 Euro, das Mitte Juli erreicht wurde.
Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt das Wachstum im Kerngeschäft und die Expansion in digitale Infrastrukturen ein zentraler Fokus der Bank. Die Marktbreite in Singapur war zuletzt von Verkäufen im Finanzsektor geprägt, wobei UOB im Vergleich zu Wettbewerbern wie DBS eine ähnliche Tagentendenz zeigte.
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