UPM-Kymmene: Handelsbanken kürt zum Sektor-Favoriten
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 14:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der finnische Forst- und Energiekonzern UPM-Kymmene steht vor einer ereignisreichen Phase. Während das Unternehmen am heutigen Freitag eine neue Favoritenrolle unter Analysten einnimmt, bereitet sich das Management auf eine außerordentliche Hauptversammlung am kommenden Montag vor. Parallel dazu müssen regulatorische Hürden in Brüssel genommen werden, die ein wichtiges geplantes Gemeinschaftsunternehmen betreffen.
Die Analysten von Handelsbanken haben UPM-Kymmene heute zu ihrem neuen Sektor-Favoriten im Bereich Grundstoffe (Materials) gekürt. Die Aktie ersetzt damit das schwedische Bergbauunternehmen Boliden in dieser Position.
Zur Begründung verwiesen die Experten auf eine attraktive Bewertung des Titels sowie ein prognostiziertes Gewinnwachstum bis in das Jahr 2028. Besonders hervorgehoben wurde das langfristige Potenzial der Sparte UPM Energy. Die Börse reagierte positiv auf diese Einschätzung: Die Aktie notiert aktuell bei 24,24 Euro, was einem Tagesplus von 1,8 Prozent entspricht.
Strategische Neuausrichtung durch WISA-Abspaltung
Ein zentraler Baustein für die künftige Struktur des Konzerns ist die geplante Abspaltung des Sperrholzgeschäfts. Hierzu findet am Montag in Helsinki eine außerordentliche Hauptversammlung statt.
Die Aktionäre sollen dort den Plänen zustimmen, den Bereich in die neu zu gründende WISA Group Plc zu überführen. Ein Genehmigungsverfahren für den entsprechenden Börsenprospekt wurde bereits vor rund elf Tagen durch die finnische Finanzaufsicht abgeschlossen.
Der Zeitplan für dieses Vorhaben steht bereits fest. Sollten die Aktionäre am Montag grünes Licht geben, ist die rechtliche Vollziehung der Teilabspaltung für den 31. Oktober vorgesehen. Bereits am 2. November sollen die Aktien der neuen WISA Group Plc an der Nasdaq Helsinki gehandelt werden.
Der jüngst genehmigte Nachtrag zum Prospekt enthielt bereits ungeprüfte Finanzdaten für das erste Halbjahr 2026, welche die wirtschaftliche Basis des neuen Unternehmens untermauern sollen.
EU-Kommission äußert wettbewerbsrechtliche Bedenken
Während die internen Umbaupläne voranschreiten, sieht sich UPM-Kymmene bei einem externen Expansionsschritt mit Widerstand konfrontiert. Am Mittwoch übermittelte die Europäische Kommission eine formale Beschwerdemitteilung bezüglich des geplanten Joint Ventures mit Sappi. Das Vorhaben, das ein Volumen von rund 1,42 Milliarden Euro umfasst, betrifft den Bereich der grafischen Papiere.
Die Wettbewerbshüter in Brüssel befürchten, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb einschränken und zu höheren Preisen für gestrichene holzhaltige und holzfreie Papiere in Europa führen könnte. Laut Reuters prüfen UPM und Sappi derzeit die Einwände der Kommission. Das Unternehmen zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Bedenken adressieren zu können. Eine endgültige Entscheidung der EU-Regulierungsbehörden wird bis zum 11. November 2026 erwartet.
Trotz dieser regulatorischen Unsicherheiten zeigt sich die Aktie stabil. Mit dem aktuellen Kurs liegt das Papier rund 12 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 21,73 Euro. Der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage hat sich zuletzt verringert und liegt aktuell bei minus 1,9 Prozent. Damit rückt eine technische Rückkehr über diese langfristige Trendlinie wieder in den Fokus der Anleger.
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