UPM-Kymmene, Kurs

UPM-Kymmene: Kurs fällt 5,63% seit Jahresbeginn

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UPM-Kymmene senkt Zellstoffproduktion und treibt die WISA-Abspaltung voran. Analysten erwarten trotz starker Q2-Zahlen Korrekturen der Jahresprognosen.

UPM-Kymmene: Produktionsstopps und WISA-Abspaltung prägen das zweite Halbjahr
Abstrakte Darstellung einer modernen Forst- und Papierindustrie in stimmungsvollem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der finnische Forst- und Papierkonzern UPM-Kymmene steuert durch eine Phase operativer Anpassungen und weitreichender struktureller Veränderungen. Während das Unternehmen am Montag eine mehrwöchige Stilllegung in der Zellstoffproduktion einleitete, bereiten die Verantwortlichen zeitgleich die Abspaltung eines kompletten Geschäftsbereichs vor.

Kapazitätssteuerung im Zellstoffsektor

Am Montag begann im Zellstoffwerk Kaukas ein geplanter, sechswöchiger Produktionsstopp. Nach Unternehmensangaben dient diese vorübergehende Schließung dazu, die Produktionsmengen an die aktuelle Marktsituation anzupassen und die Holzversorgung zu optimieren. Für das Werk in Pietarsaari zieht das Management eine ähnliche Maßnahme in Erwägung, die im Oktober umgesetzt werden könnte. Diese operativen Pausen fallen in eine Zeit, in der das Marktumfeld für Zellstoff und Energie die Profitabilität des Konzerns fordert.

Aktuell notiert das Papier von UPM-Kymmene bei 23,45 €. Damit weist der Kurs seit Jahresbeginn einen Rückgang von 5,63 % auf. Mit dem derzeitigen Niveau bewegt sich die Aktie 5,00 % unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, was die anhaltende Schwächephase der vergangenen Monate unterstreicht.

Quartalsbilanz und Analysteneinschätzung

Bereits am 23. Juli legte der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Das vergleichbare EBIT stieg im Jahresvergleich um 71 % auf 212 Millionen Euro, was etwa 9,0 % des Umsatzes entspricht. Trotz dieses Zuwachses reagierte der Markt mit deutlichen Abschlägen auf die Veröffentlichung, da Anleger vor allem den vorsichtigen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte und steigende Kosten im Blick hatten. In der ersten Jahreshälfte 2026 belief sich der Umsatz auf 4.781 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 4.914 Millionen Euro erzielt worden waren.

Analysten von Goldman Sachs bewerteten die Lage am Tag der Zahlenvorlage zurückhaltend. Trotz eines Ergebnisses auf EBITDA-Ebene, das über den Erwartungen lag, rechnet das Bankhaus mit Korrekturen der Ganzjahresschätzungen im hohen einstelligen Prozentbereich nach unten. Als Gründe nannten die Experten über den Erwartungen liegende Kosten in der Sparte Fibres sowie eine geringere Preisrealisierung im Energiebereich.

Finanzielle Basis und Weichenstellung für WISA

Die Nettoverschuldung des Konzerns lag Ende Juni bei 3.313 Millionen Euro. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA gab das Unternehmen mit einem Faktor von 2,36 an. Inmitten dieser finanziellen Konsolidierung treibt UPM-Kymmene die Aufspaltung des Konzerns voran. Der Verwaltungsrat hat den Plan zur Abspaltung des Sperrholzgeschäfts in eine neue, unabhängig börsennotierte Gesellschaft namens WISA Group formell genehmigt.

Über diese Teilabspaltung sollen die Aktionäre am 31. August im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung in Helsinki entscheiden. Parallel dazu festigt der Konzern seine Aufstellung im Bereich der grafischen Papiere durch ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sappi. Ein entsprechender Vertrag zur Gründung eines 50/50-Joint-Ventures wurde am 23. Juli unterzeichnet, wobei die notwendigen Finanzierungsvereinbarungen bereits gesichert sind.

Ausblick auf das zweite Halbjahr

Für die kommenden sechs Monate prognostiziert UPM-Kymmene ein vergleichbares EBIT für die fortgeführten Geschäftsbereiche in einer Spanne zwischen 375 Millionen und 575 Millionen Euro. Dabei wies das Unternehmen darauf hin, dass die Wartungsaktivitäten in der zweiten Jahreshälfte das Ergebnis deutlich stärker belasten werden als in den ersten sechs Monaten.

Die Auswirkungen dieser Maßnahmen werden voraussichtlich um 40 Millionen Euro höher ausfallen als im ersten Halbjahr. Zudem meldete das Unternehmen am 29. Juli eine Aktientransaktion durch den leitenden Manager Mika Kekki, was im Rahmen der üblichen Offenlegungspflichten publik gemacht wurde. Medienberichten zufolge bleibt der Fokus der Marktteilnehmer nun auf der Umsetzung der Kostenoptimierungen und dem Ausgang der Abstimmung Ende August gerichtet.

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