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VanEck Seltene Erden ETF: Nah am 52-Wochen-Tief bei 9,89 Euro

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 06:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinas September-Ausfuhren legten zum Vorjahr zu, während der ETF nachgab und die EU-China-Handelsvereinbarung noch auf Zustimmung wartet.

VanEck Seltene Erden ETF: Exporte steigen, Kurs bleibt unter Druck
Nahaufnahme von glänzenden, rohen Seltene-Erden-Mineralien auf einem dunklen industriellen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Chinas Ausfuhren von Seltenen Erden sind im September spürbar gestiegen. Nach Angaben von Reuters erreichten die Exporte 4.269,8 Tonnen, ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber August bedeutet das allerdings einen Rückgang von 9,8 Prozent.

Für den VanEck Seltene Erden ETF ist die Nachricht ambivalent: Sie deutet auf eine gewisse Normalisierung nach der Sommerpause hin, liefert aber keine Erklärung für die jüngste Kursschwäche des Fonds.

Der Blick auf die ersten neun Monate relativiert die positive Monatszahl. Von Januar bis September lagen die chinesischen Exporte von Seltenen Erden um 9,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Erholung im September ist damit eher eine Momentaufnahme als eine Trendwende – für Anleger im ETF bleibt die grundsätzliche Unsicherheit über Chinas Exportpolitik bestehen, die den Sektor seit Monaten belastet.

Gespaltenes Bild am Spotmarkt

Auf den physischen Märkten zeigt sich derzeit ein uneinheitliches Bild. Die Shanghai Metals Market berichtete am Dienstag von festeren Preisen für Praseodym-Neodym, getrieben durch knappes Angebot im unteren Preissegment und entsprechende Nachfrage. Dysprosium und Terbium entwickelten sich dagegen schwach, belastet von zurückhaltenden Käufern und Verkaufsdruck bei den Anbietern.

Diese Divergenz innerhalb der Rohstoffgruppe macht deutlich, wie heterogen der Markt für Seltene Erden derzeit ist. Ein pauschales Erholungssignal für den gesamten Sektor lässt sich daraus nicht ableiten, und entsprechend vorsichtig reagiert der Markt auf einzelne Datenpunkte.

EU und China suchen stabilere Lieferketten

Vor gut einer Woche einigten sich die EU und China auf eine vorläufige Handelsvereinbarung, die laut dem EU-Handelskommissar Maroš Šef?ovi? auch Maßnahmen zur Stabilisierung der Lieferketten für Seltene Erden enthält. Details nannte er nicht, und die Vereinbarung muss noch von den EU-Staats- und Regierungschefs gebilligt werden.

Sollte die Abmachung tatsächlich zu verlässigeren Lieferströmen führen, könnte das langfristig die Angst vor plötzlichen Exportbeschränkungen dämpfen – kurzfristig bleibt der Effekt auf die Marktstimmung aber unbestätigt.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der VanEck Seltene Erden ETF schloss am Mittwoch bei 9,89 Euro, nach einem Tagesverlust von 1,9 Prozent. Der Fonds notiert damit nur noch knapp über seinem jüngsten 52-Wochen-Tief, was die fragile Stimmung im Sektor unterstreicht. Die widersprüchlichen Signale – leicht steigende Exporte, aber gespaltene Spotpreise und eine noch unbestätigte Handelsvereinbarung – reichen offenbar nicht aus, um die Verkaufsdynamik zu stoppen.

Für Anleger bedeutet das: Einzelne positive Datenpunkte wie der September-Exportanstieg sollten nicht überbewertet werden. Solange die chinesische Exportpolitik unberechenbar bleibt und sich die Teilmärkte innerhalb der Rohstoffgruppe uneinheitlich entwickeln, dürfte die Volatilität im Sektor hoch bleiben. Die EU-China-Vereinbarung könnte mittelfristig für mehr Planungssicherheit sorgen, ihre konkrete Ausgestaltung steht jedoch noch aus.

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