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VanEck Semiconductor ETF: Nvidia-Bericht am 26. August

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 22:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Monatsminus von 13,75 Prozent verzeichnen Chip-ETFs weiter hohe Zuflüsse. Branchenriesen wie Nvidia und TSMC treiben die KI-Nachfrage.

Chip-ETF trotz Korrektur gefragt: Anleger setzen weiter auf Halbleiter
Ein glänzender Halbleiter-Wafer mit komplexen Schaltkreisstrukturen als Symbol für die Halbleiterindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Halbleitersektor bleibt der place-to-be für Anleger, auch wenn die Kurse zuletzt kräftig schwankten. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF schloss am Freitag bei 89,23 Euro und legte damit um 0,92 Prozent zu – ein versöhnlicher Wochenausklang nach turbulenten Handelstagen rund um die Berichtssaison der großen Technologiekonzerne.

Zuflüsse trotz Volatilität

Trotz der jüngsten Schwankungen setzen institutionelle wie private Investoren weiter auf Chip-Werte. In den USA verzeichnete der Schwesterfonds SMH binnen fünf Handelstagen Nettozuflüsse von 3,52 Milliarden Dollar, obwohl dessen Kurs in derselben Woche um 1,46 Prozent nachgab. Das Muster zeigt: Anleger nutzen Rücksetzer offenbar zum Nachkauf, statt sich aus dem Sektor zurückzuziehen.

Der breitere Kontext liefert eine Erklärung für diese Zuversicht. Nvidia setzt seine Preissetzungsmacht trotz US-Exportbeschränkungen für China weiter durch. Der Auftragsfertiger TSMC kündigte Preiserhöhungen von 5 bis 10 Prozent ab 2027 an und investiert parallel 100 Milliarden Dollar in seinen Standort Arizona. Broadcom wiederum rechnet mit einem jährlichen Umsatz von über 100 Milliarden Dollar aus KI-Chips bis 2027 und hat mit Samsung eine Vereinbarung über 200 Milliarden Dollar zur gemeinsamen Fertigung von KI-Chips getroffen.

Ein Monat der Extreme

Für den europäisch notierten ETF war der zurückliegende Monat dennoch kein einfacher: Auf Monatssicht steht ein Minus von 13,75 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn liegt der Fonds mit 67,51 Prozent jedoch weiterhin deutlich im Plus – die Rally der ersten Jahreshälfte hat trotz der jüngsten Korrektur noch nicht ihre gesamte Kraft eingebüßt.

Untermauert wird die grundsätzlich positive Sektorstory durch harte Fakten aus der Lieferkette: Taiwans Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr um 14 Prozent, das schnellste Tempo seit 1976, getrieben von der breiter werdenden Nachfrage nach KI-Chips. Auch der Testausrüster Teradyne meldete im zweiten Quartal höhere Umsätze und Gewinne dank KI-bezogener Testtechnik. Gleichzeitig sorgte die Volatilität in Südkorea für Nervosität im gesamten Sektor: Der Kospi erlebte binnen weniger Handelstage sowohl einen historischen Einbruch als auch den besten Tagesgewinn seiner Geschichte, während SK Hynix und Samsung Electronics an einzelnen Tagen zweistellig zulegten. Samsung geht davon aus, dass die Knappheit bei Speicherchips bis 2028 anhält – ein Faktor, der die Preise in der gesamten Lieferkette stützt.

Analysten uneins über die nächste Phase

Nicht alle Häuser blicken gleich optimistisch auf die kommenden Monate. HSBC bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass eine Überinvestition der Cloud-Riesen zum dominanten Marktnarrativ wird, auf 37 Prozent. Trotzdem erwarten die HSBC-Analysten für Halbleiterwerte eine annualisierte Outperformance von 11,8 Prozent – auf Kosten jener Konzerne, die die milliardenschweren Investitionsausgaben stemmen müssen. Goldman Sachs sieht zudem nur eine begrenzte Bedrohung durch chinesische Chiphersteller für die etablierten Anbieter im Portfolio des ETF.

Mit einem RSI von 43,5 notiert der Fonds derzeit in neutralem Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 98,00 Euro liegt bei minus 8,94 Prozent – ein Hinweis darauf, dass sich der kurzfristige Trend erst noch stabilisieren muss. Die nächste größere Weichenstellung dürfte der Quartalsbericht von Nvidia liefern, der laut Ankündigung am 26. August ansteht und angesichts der Gewichtung des Chipkonzerns im Index richtungsweisend für den gesamten Sektor sein dürfte.

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