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VanEck Semiconductor ETF: Nvidia plant Verdopplung 2027

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VanEck Semiconductor ETF profitiert von Kapitalzuflüssen, während Speicherchips als Engpass gelten und die Bewertung des Fonds kritisch betrachtet wird.

Halbleiter-ETF: Speicherwerte rücken neben Nvidia stärker ins Zentrum
Ein hochpräziser Silizium-Wafer in einer Reinraumumgebung, der die moderne Halbleiterfertigung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Der Halbleitersektor erlebt derzeit eine massive Verschiebung des Investorenfokus, die sich unmittelbar in den Kapitalbewegungen des VanEck Semiconductor ETF widerspiegelt.

Treiber dieser Entwicklung ist eine strategische Neuausrichtung innerhalb der Branche, bei der insbesondere Speicherhersteller als neue Schlüsselfaktoren für das Wachstum von Rechenzentren identifiziert werden. Während etablierte Größen wie Nvidia weiterhin ehrgeizige Ziele verfolgen, rücken Engpässe bei der Hardware-Infrastruktur verstärkt in den Blickpunkt.

Speicherhersteller als neue Taktgeber

Nach Einschätzung von VanEck-Produktmanager Nick Frasse verschiebt sich die Aufmerksamkeit im Sektor zunehmend auf Unternehmen wie Micron und SK Hynix. Diese Entwicklung resultiert unter anderem aus Verzögerungen beim Bau neuer Produktionsstätten durch Dienstleister wie ASML und TSMC, was den Ausbau globaler Rechenzentren limitiert.

Frasse bezeichnete die Bauzeiten von zwei bis drei Jahren als einen natürlichen Korrektiv-Faktor, der die Bildung einer spekulativen Blase verhindere. Der Einsatz künstlicher Intelligenz befinde sich demnach noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung.

Aktuell gelten Speicherkomponenten als der größte Engpass in der Lieferkette für KI-Infrastruktur.

Zum Vergleich kommen Wettbewerber wie Samsung und Micron auf Anteile von 22 beziehungsweise 21 Prozent. Die Analysten von KB Securities bewerten Samsung Electronics und SK Hynix derzeit als bevorzugte Titel im Halbleitermarkt, da der Speichermarkt im laufenden Jahr erstmals den Bereich der Logikchips wertmäßig übertreffen könnte.

Nvidia plant Absatzverdopplung für 2027

Ein wesentlicher Impulsgeber für die gesamte Branche bleibt Nvidia. Konzernchef Jensen Huang erklärte am Donnerstag, dass er für das Jahr 2027 eine Verdopplung der verkauften Stückzahlen bei Chips im Vergleich zum aktuellen Kalenderjahr erwartet.

Diese Prognose stützt die Erwartungen für den gesamten Zuliefererkreis, insbesondere für den Auftragsfertiger TSMC. Laut Medienberichten sind die Kapazitäten für die fortschrittlichen Fertigungsverfahren in den Größen von zwei und drei Nanometern bereits vollständig ausgebucht.

Die Analysten von Bernstein bleiben für die großen Akteure des Sektors optimistisch. Für Nvidia sehen sie ein Kursziel von 400 US-Dollar, während für Broadcom ein Ziel von 575 US-Dollar ausgegeben wurde.

Parallel dazu hat SK Hynix mit einer massiven Platzierung von American Depositary Receipts in den USA den Kapitalmarkt für Speicherwerte weiter geöffnet. Das Unternehmen sammelte dabei 26,5 Milliarden US-Dollar ein, wobei die Nachfrage das Angebot um das Siebenfache überstieg.

Spannungsfeld zwischen Zuflüssen und Bewertung

Trotz des enormen Kapitals, das in den VanEck Semiconductor ETF fließt, mehren sich warnende Stimmen bezüglich der aktuellen Bewertung. Analysen von GuruFocus zufolge notierte der ETF am Freitag deutlich über seinem fairen Wert. Die Berechnungen beziffern eine potenzielle Überbewertung von rund 36 Prozent gegenüber dem ermittelten Modellwert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Fonds wird derzeit mit über 27 angegeben.

Gleichzeitig sorgt die Einführung neuer, hochkonzentrierter ETFs in Südkorea für zusätzliche Dynamik im Sektor. Diese neuen Finanzprodukte investieren bis zu 50 Prozent ihres Volumens in nur zwei Einzelwerte, was laut Marktexperten die Volatilität im Halbleiterbereich weiter erhöhen könnte.

Anleger in den ausschüttenden VanEck Semiconductor ETF beobachten zudem die Zinspolitik der US-Notenbank, die zuletzt den Leitzins um 25 Basispunkte anhob. Höhere Finanzierungskosten könnten die Investitionsbereitschaft beeinflussen, für das Jahr 2027 werden bei großen Cloud-Anbietern jedoch weiterhin wachsende Ausgaben für KI-Projekte erwartet.

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