VanEck Semiconductor ETF: Nvidia-Zahlen am 26. August
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 09:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verwaltete nach Angaben des Anbieters zum 21. August ein Vermögen von 8,6 Milliarden Dollar, bei einer Wertentwicklung von 70,38 Prozent seit Jahresbeginn. Die Kostenquote liegt bei 0,35 Prozent.
Trotz dieser Bilanz verzeichnete der Fonds in den jüngsten Handelssitzungen Nettoabflüsse, wie Medienberichten zufolge zu vernehmen war – ein Zeichen dafür, dass Anleger vor der am Mittwoch anstehenden Nvidia-Bilanz nervös werden.
Nvidia-Zahlen und Preiserhöhungen im Fokus
Nvidia legt am 26. August die Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2027 vor. Kurz zuvor wurde bekannt, dass der Chipkonzern wichtige Kunden über eine Preiserhöhung von mehr als 15 Prozent für KI-Chip-Server informiert hat, betroffen sind unter anderem die Systeme Vera Rubin und Grace Blackwell. Als Grund gelten steigende Speicherkosten.
Zusätzlich befindet sich Nvidia Berichten zufolge in Gesprächen über eine Beteiligung am KI-Start-up Perplexity mit einer Bewertung von rund 30 Milliarden Dollar. Das Analysehaus Cantor Fitzgerald bekräftigte am Montag durch Analyst C.J. Muse ein "Buy"-Rating mit Kursziel 350 Dollar und rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 17 Dollar für das Kalenderjahr 2027 und 25 Dollar für 2028.
Diese Gemengelage aus höheren Preisen, milliardenschweren Beteiligungsgesprüchen und bevorstehenden Quartalszahlen erklärt die erhöhte Nervosität rund um den Halbleitersektor – und damit auch um den ETF, der stark auf Nvidia und verwandte Werte setzt.
Auftragslage bei Zulieferern bleibt robust
Während bei Nvidia die Preisgestaltung im Vordergrund steht, meldet TSMC weiterhin kräftiges Wachstum. Der Auftragsfertiger hob seine Umsatzprognose für 2026 auf ein Plus von "leicht über 40 Prozent" in US-Dollar an und erhöhte zugleich das geplante Investitionsvolumen für das laufende Jahr auf 60 bis 64 Milliarden Dollar. Sanford C. Bernstein hatte bereits am 11. August das Kursziel für TSMC von 430 auf 554 Dollar angehoben und die Einstufung "Outperform" bestätigt.
Bei ASML dagegen mehren sich politische Risiken: Berichten zufolge drängt die US-Regierung die Niederlande zur Verabschiedung des sogenannten "MATCH Act", der ein umfassendes Verkaufsverbot für ASML-Anlagen nach China vorsehen würde – einschließlich älterer DUV-Lithografiemaschinen. Der niederländische Ausrüster hatte zuvor eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 ausgeschüttet.
Kursbild bleibt angespannt
Der ETF schloss am Montag bei 88,45 Euro, ein Minus von 1,4 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert das Papier weiterhin klar unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 111,18 Euro – ein Abstand von 20 Prozent, der die Verunsicherung der vergangenen Wochen widerspiegelt. Die annualisierte Volatilität von 49 Prozent auf 30-Tage-Basis unterstreicht, wie stark die Kursausschläge im Vorfeld der Nvidia-Zahlen ausfallen.
Für Anleger dürfte die Berichtssaison in den kommenden Tagen richtungsweisend bleiben: Bestätigt Nvidia die milliardenschweren Wachstumserwartungen, könnte sich das Bild rasch drehen. Bleiben die Preiserhöhungen jedoch ein Belastungsfaktor für Kunden und Margen, dürfte die Zurückhaltung bei Halbleiterwerten – und damit auch beim VanEck-ETF – zunächst anhalten.
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