Veolia Aktie: Goldman Sachs senkt Kursziel
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 02:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Erwartungen für Veolia gedämpft, hält aber an ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung fest. Die Analysten senkten gestern das Kursziel für den französischen Umwelt- und Versorgungskonzern von 41 auf 37 Euro, bestätigten jedoch die Kaufempfehlung.
Am Markt schloss die Aktie am gestrigen Montag bei 30,56 Euro. Parallel dazu stellte das Analysehaus BofA Securities seine Einstufung auf den Prüfstand, beließ die Zielmarke aber ebenfalls bei 37 Euro.
Kursrückgang trifft auf robuste Halbjahreszahlen
Die Anpassung der Kursziele erfolgt vor dem Hintergrund einer schwächeren Entwicklung an den Handelsplätzen in den vergangenen Monaten. Mit dem jüngsten Kursniveau liegt das Papier 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Zudem notiert der Titel unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 33,64 Euro.
Operativ präsentierte sich der Konzern in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 dennoch widerstandsfähig. Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 22,19 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 5 Prozent auf 3,55 Milliarden Euro.
Gleichzeitig arbeitet das Management an der Optimierung der Kostenstrukturen. Im ersten Halbjahr wurden Einsparungen von 195 Millionen Euro realisiert. Für das Gesamtjahr strebt Veolia ein Wachstum des bereinigten Nettoergebnisses von mindestens 8 Prozent bei konstanten Wechselkursen an.
Strategische Zukäufe und Streitigkeiten in den USA
Wachstumsimpulse verspricht sich der Versorger vor allem durch die Expansion in margenstarken Spezialbereichen. Anfang Juni 2026 erwarb Veolia das US-Unternehmen Clean Earth für 3 Milliarden US-Dollar, womit der Konzern zur Nummer zwei im US-Markt für Sonderabfälle aufstieg. Dieser Zukauf soll ab dem Geschäftsjahr 2027 positiv zum bereinigten Nettoergebnis beitragen.
Zudem forciert Veolia Aktivitäten im Bereich von Rechenzentren und Halbleiteranlagen, wo bis 2030 ein Jahresumsatz von einer Milliarde Euro angestrebt wird. Auch in Asien baut das Unternehmen seine Präsenz aus, unter anderem durch langfristige Betriebsverträge über 15 Jahre in Mumbai.
Auf der anderen Seite belasten Unwädigkeiten das operative Geschäft im US-amerikanischen Markt. In Milwaukee sieht sich Veolia mit Vorwürfen eines ehemaligen Mitarbeiters bezüglich der Instandhaltung von zwei Kläranlagen konfrontiert, die im Zusammenhang mit Überflutungen im August stehen sollen.
Veolia weist die Anschuldigungen zurück. Für den Konzern steht dabei viel auf dem Spiel: Der bestehende Betriebsvertrag läuft 2028 aus.
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