ViaSat Aktie: Satellit liefert, Kurs zuckt
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Satellit geht in Betrieb, ein Analyst bleibt optimistisch, und die Aktie fĂ€llt trotzdem. Bei ViaSat passt das gerade nicht zusammen â und genau das macht die Lage interessant.
Der Satellit ViaSat-3 F3 hat am Montag den Dienst ĂŒber der Asien-Pazifik-Region aufgenommen. Damit verdoppelt sich die verfĂŒgbare Bandbreite der aktuellen Satellitenflotte mehr als, wie das Unternehmen mitteilte.
Der Satellit soll mehr als ein Terabit pro Sekunde an DurchsatzkapazitÀt liefern und ist der zweite von drei Satelliten der neuen Ka-Band-Konstellation. ViaSat-3 F1 ist seit 2024 in Betrieb, mit F3 stehen nun zwei Satelliten der nÀchsten Generation im Einsatz.
Der dritte im Bunde, ViaSat-3 F2 fĂŒr den amerikanischen Markt, befindet sich in der finalen Phase der In-Orbit-Tests. UrsprĂŒnglich war ein Servicestart im September angepeilt, laut aktuellem Stand soll er nun bald folgen. Ist die gesamte Konstellation komplett, dĂŒrfte sich das operativ bemerkbar machen.
Raymond James bleibt bei Kursziel
Raymond James bestĂ€tigte nach der AnkĂŒndigung seine EinschĂ€tzung "Outperform" mit einem Kursziel von 107 Dollar. Die Bank erwartet, dass der Servicestart von F3 dem Communications-Services-GeschĂ€ft ab Ende 2026 oder Anfang 2027 wieder zu EBITDA-Wachstum verhilft.
Ăber die vergangenen zwölf Monate kam ViaSat auf ein EBITDA von 1,39 Milliarden Dollar. ZusĂ€tzlich merkte die Bank an, dass erfolgreiche Satellitenstarts dem Unternehmen Spielraum geben könnten, die geplante Abspaltung des Bereichs Defense & Advanced Technologies weiter voranzutreiben.
Auch Needham zeigt sich zuversichtlich und hob sein Kursziel auf 105 Dollar an, verbunden mit einer "Buy"-Einstufung. Barclays sieht das deutlich zurĂŒckhaltender: "Equalweight" bei einem Kursziel von nur 49 Dollar. Die Spanne zwischen den HĂ€usern zeigt, wie unterschiedlich der Umbau des Konzerns eingeschĂ€tzt wird â zwischen Zukunftshoffnung durch die neue Satellitenflotte und Skepsis gegenĂŒber dem laufenden GeschĂ€ft.
Legacy-GeschÀft bremst
Im ersten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2027 kam ViaSat auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar â ein RĂŒckgang von einem Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum, aber im Rahmen der Erwartungen.
Der RĂŒckgang im DAT-Segment um vier Prozent belastete, wĂ€hrend der Bereich Communications Services stagnierte. Das bereinigte EBITDA sank im Jahresvergleich um sieben Prozent. Trotz dieser Bremsspuren im bestehenden GeschĂ€ft hielt das Unternehmen an seiner Prognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 fest, gestĂŒtzt auch durch ein wachsendes Auftragspolster.
Der Aktienkurs bewegte sich zuletzt zwischen 67 und 68 Dollar und lag damit unter dem Niveau der Vorwoche. Ăber die vergangenen zwölf Monate steht dennoch ein Plus von rund 108 Prozent zu Buche â die kurzfristige SchwĂ€che relativiert sich also deutlich, wenn man den lĂ€ngeren Zeitraum betrachtet.
Raymond James wird Mitte September bei der World Space Business Week in Paris mit weiteren Raumfahrtunternehmen zusammentreffen. Ob sich dort neue Anhaltspunkte zum Zeitplan von ViaSat-3 F2 oder zur angedachten Sparten-Abspaltung ergeben, dĂŒrfte fĂŒr die nĂ€chste Kursbewegung mitentscheidend sein.
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