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Visa Aktie: Lizenz-Vorstufe in Peking

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die PBOC genehmigt Visas Vorbereitungsantrag; fĂŒr den Betrieb im Inland ist weiterhin eine separate Lizenz erforderlich.

Extreme Makroaufnahme der goldenen EMV-Chip-Kontakte einer generischen Zahlungskarte – mikroskopisches Detail symbolisiert die Technologie hinter den Transaktionen von Visa Inc (US92826C8394)
Visa Inc US92826C8394 zeigt die goldenen EMV-Chip-Kontakte einer Bankkarte in extremer Makro-Nahaufnahme detailliert Illustration mit AI erstellt.

Nach mehr als sechs Jahren Wartezeit bewegt sich Visa in China. Die chinesische Zentralbank PBOC hat den "Application-to-Prepare"-Antrag genehmigt. Damit darf der Zahlungsriese die formellen Vorbereitungen fĂŒr eine inlĂ€ndische Bankkarten-Clearingstelle starten.

Was die Genehmigung bedeutet

Die Freigabe ging an Visa Information Technology (Beijing), die chinesische Tochtergesellschaft. Visa hat bis zu ein Jahr Zeit, die Vorbereitungen abzuschließen. Erst danach kann das Unternehmen eine vollwertige Betriebslizenz beantragen, um inlĂ€ndische Transaktionen selbst abzuwickeln.

Der Antrag liegt seit Mai 2020 bei der PBOC. Bisher lief das GeschĂ€ft ĂŒber Umwege: Bei Kooperationskarten mit chinesischen Banken wickelt UnionPay die Zahlungen im Inland ab, Visa nur die AuslandsumsĂ€tze. CEO Ryan McInerney spricht von einem "bedeutenden Schritt" nach mehr als 40 Jahren PrĂ€senz im Land.

Mastercard und American Express waren schneller. American Express erhielt seine Lizenz bereits 2020, das Mastercard-Gemeinschaftsunternehmen startete 2024 mit der Abwicklung. Visa muss also Boden gutmachen, in einem Markt, in dem Mobile Payment ĂŒber WeChat und Alipay den Alltag dominiert.

Politischer RĂŒckenwind

Der Zeitpunkt fĂ€llt auf. Im kommenden Monat treffen sich Donald Trump und Xi Jinping voraussichtlich beim APEC-Gipfel in Shenzhen. Ein Experte der Asia Group sieht darin den Versuch Pekings, vorab greifbare Fortschritte fĂŒr US-Unternehmen zu zeigen.

McInerney pflegt enge Kontakte: Er reiste im Mai mit Trumps Wirtschaftsdelegation nach Peking und fĂŒhrt seit Juni den US-China Business Council. Trump hatte Visas Marktzugang nach eigener Aussage im GesprĂ€ch mit Peking angesprochen.

Aktie auf Rekordkurs

An der Börse kommt die Nachricht zur rechten Zeit. Die Aktie erreichte zuletzt ein neues 52-Wochen-Hoch bei 391,81 Dollar und legte vorbörslich weiter zu. Baird hob am Montag das Kursziel von 420 auf 430 Dollar an und bestĂ€tigte das Votum "Outperform". Die Analysten erwarten fĂŒr das abgelaufene Quartal ein leichtes Plus bei Umsatz und Gewinn, rechnen aber mit einer Wachstumsverlangsamung bis ins GeschĂ€ftsjahr 2027.

Den nĂ€chsten PrĂŒfstein liefert Visa am 27. Oktober mit den Zahlen zum vierten GeschĂ€ftsquartal. Ob China dort bereits in Zahlen oder nur im Ausblick auftaucht, dĂŒrfte sich dann erstmals abzeichnen. Konkrete UmsatzbeitrĂ€ge aus dem InlandsgeschĂ€ft sind frĂŒhestens nach Erteilung der Betriebslizenz zu erwarten.

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