Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Blume vertagt Werksentscheidung

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VW-Chef Blume vertagt Werkszukunfts-Entscheidungen auf 2027. Derweil belastet die Unsicherheit die Aktie, Analysten bleiben zurückhaltend.

Volkswagen: Blume verschiebt Werksentscheidungen bis 2027
Moderne, schattige Industriehalle einer Automobilfertigung mit Fokus auf technologische Strukturen und atmosphärisches Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wolfsburg wartet auf klare Ansagen – und bekommt erstmal einen Zeitplan. Auf der Betriebsversammlung erklärte Vorstandschef Oliver Blume, dass konkrete Entscheidungen zur Zukunft einzelner Werke noch auf sich warten lassen. Bis Sommer 2027 will der Konzern "Optionsräume" für die Standorte erarbeiten – ein Prozess, der die Belegschaft in Unsicherheit lässt, während die Aktie am Dienstagvormittag als DAX-Schlusslicht notiert.

Im Zentrum der Debatte stehen vier Werke: Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Für sie sieht Blume nach eigenen Worten "heute noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre". Werksschließungen nannte er zwar die "letzte und teuerste Lösung", schloss sie aber nicht aus. Bliebe alles beim Alten, koste das den Konzern nach seiner Rechnung dauerhaft rund 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Der Streit um die 50.000 Stellen

Die vieldiskutierte Zahl von 50.000 möglichen Stellenstreichungen weltweit bezeichnete Blume als "theoretische Rechengröße", abgeleitet aus den Kostenstrukturen – keine feste Zielgröße. Der Gesamt- und Konzernbetriebsrat lehnt unterdessen betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen kategorisch ab.

Nach einem Treffen mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies forderte die Arbeitnehmerseite vom Vorstand eine "Vorwärtsstrategie" statt reinem Sparkurs. Lies stellte sich dabei demonstrativ hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz, das dem Land als Großaktionär besonderen Einfluss sichert.

Als mögliche Perspektive für Hannover brachte die dortige Betriebsratsspitze die Rückkehr des klassischen Transporters ins Werk ins Gespräch – verbunden mit dem Ende der Kooperation mit Ford in diesem Segment, aus der aktuell der VW-Transporter in der Türkei hervorgeht.

Mit einer operativen Rendite von 3,8 Prozent hat Volkswagen zuletzt zwar andere Hersteller überholt. Blume selbst räumte jedoch ein, dass dies nicht ausreiche, um die Zukunft aus eigener Kraft zu finanzieren.

Analysten bleiben skeptisch

Goldman Sachs senkte das Kursziel zuletzt um einen Euro auf 88 Euro und beließ das Votum bei "Neutral". Die kommende außerordentliche Hauptversammlung dürfte nach Einschätzung des zuständigen Analysten zum Ausgangspunkt der eigentlichen Restrukturierungsverhandlungen werden.

In den kommenden Tagen stehen acht weitere Betriebsversammlungen an, unter anderem in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Kassel-Baunatal und Salzgitter. Bis konkrete Werksentscheidungen fallen, dürfte die Unsicherheit unter Belegschaft und Anlegern anhalten – Blumes selbst gesetzter Zeitrahmen reicht bis Sommer 2027.

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