Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Marge auf 1,0 Prozent halbiert

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 09:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagen reduziert die Margenprognose für 2026 auf maximal 1,0 Prozent. Sonderposten belasten, während der US-Rückruf 208.724 Fahrzeuge betrifft.

Elektro-Kompaktwagen an Ladestation auf Industriegelände bei Dämmerung
Volkswagen AG Vz (DE0007664039) – Generischer Elektro-Kompaktwagen lädt zur blauen Stunde auf Werksgelände Illustration mit AI erstellt.

Der Volkswagen-Konzern hat seine Ertragserwartungen für das Gesamtjahr 2026 drastisch nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen per Pflichtmitteilung bekanntgab, rechnet das Management für das laufende Geschäftsjahr nur noch mit einer operativen Umsatzrendite von maximal 1,0 Prozent.

Bislang hatte die Spanne bei 4,0 bis 5,5 Prozent gelegen, während im Geschäftsjahr 2025 noch 2,8 Prozent erzielt worden waren. Am Markt sorgte die Ankündigung für deutliche Verluste: Die Vorzugsaktie schloss am Freitag mit einem Minus von 5,4 Prozent bei 76,50 Euro.

Sonderbelastungen in zweistelliger Milliardenhöhe

Verantwortlich für die massive Zielanpassung sind Sonderbelastungen in Höhe von insgesamt rund 10 Milliarden Euro. Den größten Einzelposten bildet dabei eine nicht zahlungswirksame Firmenwert-Abschreibung auf die Porsche AG von circa 6 Milliarden Euro, die im dritten Quartal verbucht werden soll. Bereits im ersten Halbjahr waren Belastungen von 0,9 Milliarden Euro angefallen.

Bereinigt um diese Sondereffekte taxiert der Vorstand die operative Marge für 2026 auf rund 4,0 Prozent. Neben der Porsche-Abschreibung wirken sich Restrukturierungskosten und Belastungen im China-Geschäft dämpfend auf das operative Ergebnis aus. Beim Konzernumsatz geht das Management nun von rund 315 Milliarden Euro aus, nachdem im Vorjahr 321,9 Milliarden Euro erzielt worden waren.

Die Korrektur schlägt auch auf die Eigentümerstruktur durch. Die Holding Porsche SE, die 31,9 Prozent an Volkswagen hält, senkte ihre Prognose für das Konzernergebnis für das laufende Jahr auf einen Korridor zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro – das sind jeweils zwei Milliarden Euro weniger als bisher angenommen.

Liquidität und US-Rückruf

Trotz der deutlichen Belastungen im operativen Ergebnis beziffert Volkswagen den erwarteten Netto-Cashflow im Automobilbereich für 2026 weiterhin auf 3 bis 6 Milliarden Euro. Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile soll zwischen 32 und 34 Milliarden Euro liegen.

Parallel dazu wurde am US-Markt eine technische Maßnahme bekannt: Unter Aufsicht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ruft Volkswagen 208.724 Fahrzeuge zurück. Betroffen sind bestimmte Modelle der Baureihen Tiguan, Atlas sowie Audi Q3 aus den Modelljahren 2018 bis 2021. Grund ist ein möglicherweise korrodierender Befestigungsbolzen an der Lenkung, der in den Werkstätten kostenlos ausgetauscht wird.

Mit dem Kursrutsch zum Wochenausklang setzt sich der schwache Trend der vergangenen Monate fort; seit Jahresanfang hat das Papier ein Minus von 27 Prozent verzeichnet. Detaillierten Einblick in das Ausmaß der Sonderposten und den Geschäftsverlauf der Kernmarken erhalten die Kapitalmärkte am 29. Oktober, wenn Volkswagen die vollständigen Zahlen für die ersten neun Monate vorlegt.

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