Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Umsatzprognose auf minus 3 bis 0 Prozent gesenkt

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VW korrigiert Jahresumsatz nach schwachem Quartal nach unten. Umfangreiches Effizienzprogramm mit Stellenabbau soll Rendite bis 2030 steigern.

Volkswagen senkt Umsatzprognose: Sparprogramm und Stellenabbau bis 2030 geplant
Abstrakte Darstellung einer modernen Automobilfertigung in gedimmtem, industriellem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Volkswagen hat die Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt und damit die ohnehin angespannte Stimmung um den Wolfsburger Konzern weiter verschärft. Statt eines Wachstums von 0 bis 3 Prozent erwartet der Vorstand nun einen Umsatz zwischen minus 3 und 0 Prozent. Grundlage der Korrektur sind enttäuschende Zahlen für das zweite Quartal, die der Konzern am 24. Juli vorlegte.

Schwaches zweites Quartal drückt auf Prognose

Das Konzernergebnis nach Steuern brach im zweiten Quartal um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro ein, nach 2,29 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Wie CNBC berichtete, lag das operative Ergebnis bei 3,5 Milliarden Euro und damit etwas höher als im Vorjahreszeitraum.

Belastet wurde das Quartal zusätzlich durch negative Effekte von rund 0,5 Milliarden Euro aus der Einstellung der US-Produktion des ID.4. Auch das China-Geschäft schwächelte deutlich: Die Auslieferungen sanken im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 424.300 Fahrzeuge, einem der wichtigsten Absatzmärkte des Konzerns.

Auch Tochtermarke Audi musste ihre Jahresprognose Ende Juli nach unten anpassen. Als Gründe nannte Audi ein eingeschränktes Geschäft in China und den USA und kündigte ein verstärktes Spar- und Effizienzprogramm an.

Sparprogramm „Zielbild 2030" nimmt Konturen an

Vor dem Hintergrund der schwächelnden Zahlen hatte der Vorstand dem Aufsichtsrat bereits am 9. Juli ein umfassendes Maßnahmenpaket unter dem Namen „Zielbild 2030" vorgestellt, das zwölf Initiativen umfasst. Kernpunkte sind eine Reduzierung der Modellpalette um bis zu 50 Prozent sowie eine Kürzung der Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent.

Der Konzern strebt damit eine operative Zielrendite von 8 bis 10 Prozent an. Begleitet wird das Programm von einem geplanten Abbau von rund 50.000 Stellen bis 2030 und Einsparungen von mehr als 6 Milliarden Euro jährlich.

Parallel zum Sparprogramm treibt Volkswagen den Umbau des Portfolios voran. Ende Juni vereinbarte der Konzern mit Bain Capital eine exklusive Vereinbarung zum Verkauf von 51 Prozent der Anteile an Everllence für rund 7,4 Milliarden Euro.

Volkswagen bleibt mit 49 Prozent Großaktionär. Für die deutschen Standorte Augsburg, Oberhausen, Berlin, Hamburg und Ravensburg gelten Schutzklauseln bis Ende 2030, betriebsbedingte Kündigungen sind in diesem Zeitraum ausgeschlossen.

Analysten kappen Kursziele

Die schwachen Quartalszahlen und die gesenkte Guidance blieben bei Analysten nicht ohne Folgen. Deutsche Bank Research reduzierte am 27. Juli das Kursziel für Volkswagen von 120 auf 115 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy".

Auch Jefferies senkte das Kursziel an selbem Tag leicht von 120 auf 115 Euro und stufte die Aktie weiterhin mit „Buy" ein. Beide Häuser sehen also trotz der Kürzungen weiterhin Aufwärtspotenzial, wenngleich ein geringeres als zuvor.

Kursreaktion

An der Börse spiegelt sich der Druck auf das Geschäft deutlich wider. Die Aktie notiert aktuell bei 75,54 Euro und damit 0,84 Prozent unter dem Vortagesniveau, nach einem Schlusskurs von 76,18 Euro am Freitag. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 27,47 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro, das die Aktie im Dezember erreichte, fehlen inzwischen 30,76 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 36,00 Milliarden Euro – ein Wert, der die Dimension des laufenden Umbaus unterstreicht.

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