Volkswagen Aktie: Wählt Wayve statt Nvidia
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei der Software für künftige Generationen selbstfahrender Autos vollzieht Volkswagen Medienberichten zufolge eine Richtungsentscheidung. Nach Vergleichstests entschied sich der Wolfsburger Konzern für eine Kooperation mit dem britischen KI-Start-up Wayve. Der Software-Spezialist setzte sich damit gegen mehrere Konkurrenten durch, darunter auch den US-Halbleiterkonzern Nvidia.
Ein endgültiger Vertrag ist nach Informationen aus Branchenkreisen zwar noch nicht unterzeichnet. Dennoch zeichnet sich ab, dass die Wolfsburger die Kernsoftware für höher automatisierte Fahrfunktionen künftig von den Londonern beziehen wollen.
Technologischer Bruch nach dem Ende der Bosch-Allianz
Wayve setzt auf ein System aus Kameradaten und End-to-End-Deep-Learning. Das britische Unternehmen verzichtet dabei nach eigenen Angaben auf fest programmierte Verhaltensregeln und detaillierte 3D-Karten. Das 2017 gegründete Start-up sammelte in mehreren Finanzierungsrunden rund 2,8 Milliarden US-Dollar ein.
Zu den Geldgebern und Entwicklungspartnern gehören neben Mercedes auch Nissan und Stellantis. Auch Nvidia ist an dem Londoner Start-up beteiligt und dürfte Volkswagen künftig weiterhin mit Prozessoren beliefern.
Der Schritt markiert für den Autobauer eine Neuausrichtung in der Softwareentwicklung. Zuvor endete die gemeinsame Entwicklungspartnerschaft zwischen der Konzerntochter Cariad und dem Zulieferer Bosch. Die bisherige Gemeinschaftssoftware soll zwar weiter Verwendung finden. Bei höheren Automatisierungsstufen sucht der Konzern jedoch den Schulterschluss mit spezialisierten Partnern, um Entwicklungszeiten zu verkürzen.
Belastungen dämpfen die Stimmung an der Börse
Die Integration der Software in die Fahrzeuge soll bei Cariad verbleiben. Die dortige Abteilung für autonomes Fahren umfasst rund 1.200 Beschäftigte. Gleichzeitig steht die Softwareeinheit vor spürbaren Einschnitten. Cariad plant den Abbau von 1.000 Stellen bei einer Gesamtbelegschaft von mehr als 4.000 Mitarbeitern. Zudem soll die Tochtergesellschaft Vaiva mit rund 160 Mitarbeitern geschlossen werden.
An den Finanzmärkten verpufften die strategischen Weichenstellungen zuletzt weitgehend. Die Vorzüge des Konzerns gingen am Freitag bei 67,60 Euro aus dem Handel. Das Papier notierte damit nur 0,6 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Zusätzliche Vorsicht signalisieren die Analystenstimmen zum anstehenden Konzernumbau. Die Schweizer Großbank UBS bleibt neutral eingestuft und verweist darauf, dass das langfristige Margenziel von rund 9 Prozent bis 2030 im Basisszenario schwer erreichbar erscheine.
Das Analysehaus Jefferies bekräftigte dagegen seine Kaufempfehlung für die Aktie. Klarheit über die künftige Ausrichtung und die geplanten Modellzyklen erhoffen sich Investoren von der für den 12. Oktober in Paris angekündigten Strategiepräsentation.
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