Vonovia Aktie: Berenberg sieht Erholung nahen
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 16:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berenberg traut dem Immobilienkonzern Vonovia trotz der jĂŒngsten Kursverluste eine spĂŒrbare Erholung zu. Das Analysehaus verwies darauf, dass das Unternehmen die hohe Belastbarkeit seiner Gewinnentwicklung unterstrichen habe. Zudem betonte die Bank die Auffassung, dass eine Vergesellschaftung groĂer Wohnungsunternehmen in Berlin verfassungswidrig wĂ€re.
Mit dieser EinschĂ€tzung stellt sich Berenberg gegen den jĂŒngsten AbwĂ€rtstrend der Aktie. Das Papier notiert bei 17,20 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 30 Prozent. Belastet wurde der Kurs in den vergangenen Wochen vor allem durch das anhaltend hohe Zinsniveau sowie skeptischere Stimmen am Kapitalmarkt.
So hatte Analyst Jonathan Kownator von Goldman Sachs die Einstufung am 9. September von Kaufen auf Neutral gesenkt und das Kursziel von 29,50 Euro auf 21,20 Euro zurĂŒckgenommen.
Stabile Jahresziele trotz Marktdruck
Im operativen GeschĂ€ft zeigt sich der Wohnimmobilienkonzern dennoch widerstandsfĂ€hig. Das Management hĂ€lt an seiner Prognose fĂŒr das Gesamtjahr fest, die ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro vorsieht.
Die GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das zweite Quartal untermauerten diesen Kurs bereits: Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich zeitgleich von 0,38 Euro auf 0,87 Euro.
Debatte um Berliner Wohnungsbestand
Begleitet wird die fundamentale Entwicklung von einer wiederkehrenden politischen Diskussion um den Bestand in der Bundeshauptstadt, wo der Konzern rund 130.000 Wohnungen hÀlt.
Eine Nachwahlumfrage von Infratest dimap ergab, dass 51 Prozent der Berliner eine solche Enteignung ablehnen, wĂ€hrend 37 Prozent die PlĂ€ne unterstĂŒtzen.
Gegen derartige Vorhaben regt sich zugleich auf Bundesebene und in der Wirtschaft deutlicher Widerstand.
Warnende Töne kamen am Dienstag auch vom Bankenverband: Bei einer Enteignung könnten Grundschulden entfallen, was den Kreditinstituten Sicherheiten entziehen und letztlich zu höheren Finanzierungskosten fĂŒr den gesamten Immobiliensektor fĂŒhren wĂŒrde.
Vonovia-Chef Luka Mucic lehnt Vergesellschaftungen ebenfalls ab und verweist auf eigene BauaktivitĂ€ten: FĂŒr 2026 befinden sich rund 1.000 neue Wohneinheiten im Bau, nachdem das Unternehmen seit 2013 bereits 6.000 Einheiten errichtet hat.
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