Whitbread Aktie: Zahlen beruhigen Anleger
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 09:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Whitbread hat im ersten Halbjahr den Erwartungen getrotzt und gleichzeitig den Streit mit einem aktivistischen Investor angeheizt. Der Premier-Inn-Betreiber ĂŒbertraf die GewinnschĂ€tzungen, lieferte aber auch deutliche Spuren des Konzernumbaus. Die Aktie legte im frĂŒhen Handel gut drei Prozent auf rund 2.595 Pence zu.
Gewinn unter Vorjahr, aber ĂŒber den SchĂ€tzungen
Der bereinigte Vorsteuergewinn sank um 9 Prozent auf 287 Millionen Pfund. Analysten hatten mit etwa 267 Millionen gerechnet. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund. Belastet haben höhere Gewerbesteuern, allgemeine Kostensteigerungen und Ăbergangskosten durch den Ausstieg aus dem RestaurantgeschĂ€ft.
Unter dem Strich fÀllt das Bild deutlich schwÀcher aus. Der Vorsteuergewinn nach allen Posten brach auf 109 Millionen Pfund ein, nach 287 Millionen im Vorjahr. Hauptgrund sind nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen von knapp 178 Millionen Pfund im Zuge der strategischen Neuausrichtung.
Die Zwischendividende hÀlt Whitbread stabil bei 36,4 Pence je Aktie. Sie wird am 4. Dezember gezahlt.
Deutschland wÀchst krÀftig
Im Heimatmarkt GroĂbritannien und Irland legten die ĂbernachtungsumsĂ€tze um 3 Prozent zu. Damit schnitt der Konzern um 2 Prozentpunkte besser ab als das Segment der mittleren und gĂŒnstigen Hotels.
In Deutschland wuchsen sie um 19 Prozent, getragen von ĂŒber 1.700 neuen Zimmern. Dort steht trotz dieser Dynamik ein bereinigter Verlust von 8 Millionen Pfund, den das Management als erwartet einstuft. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr peilt es das zweite Gewinnjahr in Folge an.
Der Schwung hĂ€lt an. In den fĂŒnf Wochen bis zum 1. Oktober stiegen die UmsĂ€tze im Inland um 4,5 Prozent, in Deutschland um 31,2 Prozent. Die Sicht auf die Nachfrage bleibt laut Unternehmen begrenzt, die Buchungslage fĂŒr die kommende Zeit sei jedoch positiv. Der Ausblick fĂŒr das Gesamtjahr bleibt bestĂ€tigt.
Der Plan und der Aktivist
Whitbread hĂ€lt am FĂŒnfjahresplan fest. Die Kapitalrendite soll um 500 Basispunkte steigen, bis zum GeschĂ€ftsjahr 2031 sollen 2 Milliarden Pfund fĂŒr AktionĂ€re frei werden. Die geplanten Wachstumsinvestitionen kĂŒrzte der Konzern bereits um eine Milliarde Pfund. Alle 197 verbliebenen Restaurants sind seit September geschlossen, fĂŒr 173 Standorte gibt es Verkaufsvereinbarungen.
Die Nettoverschuldung stieg auf 663 Millionen Pfund, nach 563 Millionen im Vorjahr. Die um Leasing bereinigte Verschuldung liegt beim 3,4-Fachen.
Parallel dazu verschĂ€rft sich der Konflikt mit Corvex Management. Der Investor hat eine Abstimmung ĂŒber einen Verwaltungsratssitz seiner Wahl erzwungen. Die Hauptversammlung findet am 9. November statt, der Vorstand empfiehlt einstimmig ein Nein. Konzernchef Dominic Paul betont, der Plan funktioniere.
Bis zur Abstimmung dĂŒrfte der Streit den Newsflow prĂ€gen. Die Aktie liegt trotz des heutigen Anstiegs weiter klar unter ihrem Jahreshoch von 3.273 Pence.
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