Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: EBITDA-Prognose auf 700 Millionen gekürzt

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wienerberger korrigiert die Jahresprognose auf 700 Mio. Euro EBITDA und beendet den US-Kartellprozess per Vergleich. Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen.

Wienerberger senkt EBITDA-Ziel 2026 und legt US-Kartellstreit bei
Abstrakte Darstellung einer modernen Baustelle mit Baumaterialien in der goldenen Stunde. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gestern gab die Wienerberger AG eine deutliche Korrektur ihrer Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr bekannt. Der Baustoffkonzern senkte die Prognose für das operative EBITDA des Gesamtjahres 2026 von ursprünglich 810 Millionen Euro auf rund 700 Millionen Euro. Zeitgleich meldete das Unternehmen einen wichtigen prozessualen Fortschritt in Nordamerika: In dem laufenden US-Kartellverfahren um die Tochtergesellschaft Pipelife Jet Stream wurde ein Vergleich erzielt, womit eine wesentliche Rechtsunsicherheit beigelegt werden konnte.

Operative Herausforderungen im Wohnungsbau

Hintergrund der gesenkten Gewinnprognose ist die anhaltende Schwäche im Wohnungsneubau, die insbesondere die Märkte in den USA, Kanada und Großbritannien belastet. Bereits das am 21. Juli veröffentlichte Trading Update zum zweiten Quartal verdeutlichte diese Entwicklung. Zwar konnte Wienerberger den Konzernumsatz in diesem Zeitraum um 13 % auf 1,41 Milliarden Euro steigern, doch das operative EBITDA sank von 253 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 230 Millionen Euro.

Um dem schwierigen Umfeld im Neubausektor entgegenzuwirken, setzt das Unternehmen verstärkt auf das Segment Renovierung. In diesem Zusammenhang schloss Wienerberger am 30. April die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am italienischen Keramikspezialisten Italcer ab. Ziel dieser Akquisition ist es, das Portfolio im Bereich der Sanierung weiter zu stärken und die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Neubaumarkt zu reduzieren. Zudem begrüßte das Management am 27. Juli die Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung des Emissionshandelssystems für die Jahre 2026 bis 2030, die darauf abzielen, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu sichern.

Analysten reagieren auf revidierte Ziele

Die angepassten Ziele und die operative Lage lösten in den vergangenen Wochen bereits Reaktionen bei Analysehäusern aus. Am 28. Juli stufte die Erste Group die Aktie von „Buy“ auf „Accumulate“ herab und reduzierte das Kursziel deutlich von zuvor 34,70 Euro auf 24,20 Euro. Die Experten begründeten diesen Schritt explizit mit den revidierten Jahreszielen. Das Analysehaus UBS äußerte sich am 29. Juli noch skeptischer: Hier wurde das Kursziel von 21,00 Euro auf 18,00 Euro gesenkt und die Einstufung „Sell“ bestätigt.

An der Wiener Börse notiert das Papier aktuell bei 22,60 Euro. Damit liegt der Kurs seit Jahresbeginn bereits mit 25,90 % im Minus. Die Aktie spiegelt den hohen Verkaufsdruck der letzten Monate wider und notiert derzeit 35,28 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Mitte August des vergangenen Jahres erreicht worden war. Medienberichten zufolge kreuzte die Aktie zwar am 3. August kurzzeitig die 20-Tage-Linie nach oben, verbleibt jedoch in einem übergeordneten Abwärtstrend.

Anleger richten ihren Blick nun auf den kommenden Mittwoch, den 12. August. Dann wird Wienerberger die finalen Ergebnisse zum ersten Halbjahr 2026 veröffentlichen und im Rahmen einer Analystenkonferenz Details zur künftigen Strategie und den Belastungen im US-Geschäft erläutern. Auf der vergangenen Hauptversammlung am 7. Mai hatten die Aktionäre noch eine Dividende von 0,95 Euro je Aktie für das Jahr 2025 beschlossen und die Aufsichtsratsmandate von Peter Steiner, Thomas Birtel und Marc Grynberg bestätigt.

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