Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: Heimo Scheuch geht nach 17 Jahren

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 02:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wienerberger meldet rückläufiges EBITDA und nahezu keinen Halbjahresgewinn, während zwei Manager Aktien erwerben und die Führung neu geordnet wird.

Wienerberger: Insiderkäufe trotz Führungswechsel und schwacher Zahlen
Moderne, minimalistische Industriearchitektur bei Sonnenaufgang als Symbol für die Bauindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wienerberger durchlebt einen turbulenten August. Nach dem überraschenden Rücktritt von CEO Heimo Scheuch aus gesundheitlichen Gründen und enttäuschenden Halbjahreszahlen häufen sich nun die Insiderkäufe im Management – ein Signal, das Anleger genau beobachten sollten, während die Aktie nahe ihrem Jahrestief verharrt.

Management setzt eigenes Kapital ein

Sowohl Interim-CEO Gerhard Hanke als auch Aufsichtsratsvorsitzender Peter Steiner haben in den vergangenen Wochen Aktien des Baustoffkonzerns gekauft. Hanke, der seit mehr als 25 Jahren im Unternehmen ist und zwischen 2021 und 2025 als CFO fungierte, übernahm die Interimsführung direkt nach Scheuchs Rückzug.

Steiner folgte mit eigenen Käufen wenig später. Solche Directors' Dealings gelten am Markt traditionell als Vertrauenssignal aus der Führungsebene – gerade in Phasen, in denen die Aktie unter Druck steht.

Der Kurs war Mitte August auf 19,72 Euro gefallen und markierte damit ein neues Dreijahrestief, bevor sich das Papier wieder leicht erholte. Aktuell notiert Wienerberger bei 19,84 Euro und damit nur 4,4 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 19,00 Euro, das am 19. August erreicht wurde. Zum bisherigen Jahreshoch von 31,34 Euro aus dem Januar klafft weiterhin eine Lücke von 37 Prozent.

Führungswechsel nach 17 Jahren

Der Rückzug von Heimo Scheuch vor rund zwei Wochen markiert das Ende einer Ära: Der langjährige CEO hatte den Konzern mehr als 17 Jahre geleitet, bevor er den Aufsichtsrat um vorzeitige Beendigung seines Mandats bat.

Seither hat sich der Kurs kaum bewegt. CFO Dagmar Steinert und COO West Harald Schwarzmayr bleiben in ihren Funktionen unverändert, was für Kontinuität im operativen Geschäft sorgen soll, während an der Spitze ein neues Kapitel beginnt.

Hankes Rolle als Interim-CEO wirkt angesichts seiner tiefen Verwurzelung im Unternehmen – zuletzt als COO Central & East und Deputy Chairman – wie eine bewusste Entscheidung für Stabilität in unsicheren Zeiten.

Zahlen zeigen zwiespältiges Bild

Die vor rund zwei Wochen vorgelegten Halbjahreszahlen offenbarten die Schwierigkeiten, mit denen Wienerberger kämpft. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg zwar um 13 Prozent auf 1,409 Milliarden Euro, getrieben von organischem Wachstum und Zukäufen. Das operative EBITDA brach im gleichen Zeitraum jedoch um 9 Prozent ein.

Für das erste Halbjahr insgesamt fiel der Rückgang mit minus 15 Prozent beim operativen EBITDA noch deutlicher aus, der Nettogewinn nach Steuern lag bei praktisch null Euro gegenüber 106 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen begründet die Schwäche mit dem anhaltend gedrückten Wohnneubaumarkt. Gleichzeitig macht der Konzern strukturelle Fortschritte: Infrastruktur- und Renovierungsgeschäft stellen mittlerweile über 60 Prozent des Konzernumsatzes und sollen die Abhängigkeit von zyklischen Neubaumärkten verringern. Die kürzlich abgeschlossenen Übernahmen von Italcer im Fliesensegment und der NEWS Group im Wassermanagement unterstreichen diese Strategie.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Wienerberger nun mit einem operativen EBITDA von 700 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA dürfte zum Jahresende bei 2,8 liegen, deutlich über dem mittelfristigen Zielwert von 2,0. Am 2. September stellt sich das Management auf der Commerzbank & ODDO BHF Corporate Conference in Frankfurt den Fragen institutioneller Investoren – ein Termin, der angesichts der Führungsumbrüche und der schwierigen Zahlenlage besondere Aufmerksamkeit verdienen dürfte.

Anzeige

Wienerberger-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Wienerberger-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:

Die neusten Wienerberger-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Wienerberger-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Wienerberger: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | AT0000831706 | WIENERBERGER | boerse | 70022165 |