Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: Italcer-Übernahme abgeschlossen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wienerberger steigert den Quartalsumsatz dank Zukäufen, kämpft jedoch mit Neubauschwäche, Margendruck und einem Führungswechsel an der Spitze.

Wienerberger setzt stärker auf Sanierung und Infrastruktur
Abstrakte Darstellung moderner Baustoffe und architektonischer Keramik in einem professionellen, hellen Studio-Ambiente. Illustration mit AI erstellt.

Der Baustoffkonzern Wienerberger richtet sein operatives Geschäft verstärkt auf Sanierung und Infrastruktur aus, um den anhaltenden Gegenwind im weltweiten Neubausektor abzufedern. Angesichts schwacher Baumärkte in mehreren Regionen versucht das Unternehmen, seine Erlösbasis breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von zyklischen Neubauprojekten schrittweise zu verringern.

Ausbau des Renovierungs- und Infrastrukturgeschäfts

Im zweiten Quartal schloss der Konzern die Mehrheitsübernahme der Italcer Group mit 50 Prozent plus einer Aktie ab. Italcer steuerte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 350 Millionen Euro bei.

Durch diese Zukäufe verstärkt das Unternehmen seine Marktposition im Renovierungs- und Infrastrukturbereich. Beide Segmente weisen im gegenwärtigen Zins- und Bauumfeld eine stabilere Nachfrage auf als der klassische Neubau. Wienerberger zielt darauf ab, über Sanierungslösungen margenstärkere Produktbereiche auszubauen und Absatzschwankungen zu glätten.

Belastungen im Wohnungsneubau

Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund deutlicher Bremsspuren im angestammten Geschäft. Der Konzern bezifferte die Ergebnisbelastung durch den schwachen Wohnneubau in den USA, Kanada und Großbritannien auf rund 100 Millionen Euro.

Die anhaltende Schwäche in diesen Kernmärkten belastete die Profitabilität der Gruppe, obgleich die vollzogenen Akquisitionen das Geschäftsvolumen stützten.

Im zweiten Quartal legte der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 1.409 Millionen Euro zu, während das operative Betriebsergebnis vor dem Hintergrund des Margendrucks rückläufig blieb.

Neuaufstellung an der Unternehmensspitze

Zu den operativen Hürden kommt eine veränderte personelle Aufstellung. Der Aufsichtsrat berief Gerhard Hanke zum Interim-CEO und leitete eine strukturierte Suche nach einer dauerhaften Nachfolge ein.

Für das Management gilt es, den laufenden Konzernumbau voranzutreiben und die Integration der neuen Unternehmensteile im Sanierungssektor zu sichern.

An der Börse hinterließen die Branchenbelastungen deutliche Spuren. Mit einem aktuellen Kurs von 17,78 Euro verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang ein Minus von 42 Prozent und notiert mit einem Abstand von 3,0 Prozent knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.

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