Wipro Aktie: Zahlen ohne Ăberraschung
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deWipro liefert, was der Markt erwartet hat â nicht mehr, nicht weniger. Das reicht nach einer Serie von EnttĂ€uschungen fĂŒr eine kleine Erholung, löst aber die Kernsorgen nicht: schwache AuftrĂ€ge, flaches Wachstum und ein vorsichtiger Ausblick.
Solide Marge, schwache AuftrÀge
Der Umsatz lag im September-Quartal bei 2,58 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie bei 0,03 Dollar. Beides entsprach den AnalystenschÀtzungen. Der Umsatz im IT-ServicegeschÀft blieb in konstanter WÀhrung zum Vorquartal unverÀndert und legte im Jahresvergleich um 0,6 Prozent zu.
Positiv fiel die operative Marge aus: Sie stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent. Der operative Cashflow erreichte rund 166 Prozent des Nettogewinns.
Die AuftragseingĂ€nge dagegen sanken im Quartalsvergleich um 22,9 Prozent. Bei GroĂauftrĂ€gen fiel das Minus mit 58,6 Prozent noch deutlich schĂ€rfer aus. CEO Srini Pallia verwies auf Verzögerungen bei VertragsabschlĂŒssen. Die betroffenen Deals wĂŒrden nun unterzeichnet, das nĂ€chste Quartal solle bei den Buchungen robust ausfallen.
Vorsichtiger Ausblick
FĂŒr das Dezember-Quartal peilt Wipro im IT-ServicegeschĂ€ft einen Umsatz zwischen 2,571 und 2,625 Milliarden Dollar an. Das entspricht einer Spanne von minus 1,5 bis plus 0,5 Prozent zum Vorquartal. Als GrĂŒnde nennt das Management saisonale Betriebsferien, eine schwĂ€chere Nachfrage im Gesundheitssektor und kundenspezifische Probleme in der Region Americas I.
Offen bleibt auch der Preisdruck durch kĂŒnstliche Intelligenz. Konkurrenten sprechen von rund 30 Prozent Deflation bei KI-getriebenen AuftrĂ€gen. Wipro setzt auf neue KI-Dienstleistungen, die margensteigernd wirken sollen. Der Beweis steht aus. Hinzu kommt ein Wettbewerb bei Kostensenkungs- und Konsolidierungsprojekten, der laut Management ĂŒber dem historischen Niveau liegt.
Aktie bleibt unter Druck
Die US-Hinterlegungsscheine notierten zuletzt bei 1,85 Dollar, ein Plus von knapp drei Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von rund 37 Prozent zu Buche. Der Kurs bewegt sich nahe dem unteren Ende der Jahresspanne zwischen 1,59 und 3,09 Dollar.
Das Muster der Vergangenheit ist wenig ermutigend: Auf die letzten drei Quartalsberichte reagierte die Aktie zweimal mit AbschlÀgen, zuletzt mit minus 5,5 und minus 3,5 Prozent. JPMorgan hatte nach den Juli-Zahlen zudem ein Rating von "Underweight" bestÀtigt.
Der nĂ€chste PrĂŒfstein ist der Bericht zum Dezember-Quartal. Dann zeigt sich, ob die verschobenen GroĂauftrĂ€ge tatsĂ€chlich unterschrieben wurden. Der Markt rechnet bis dahin mit einem leichten UmsatzrĂŒckgang auf etwa 2,56 Milliarden Dollar.
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