Woodside, Verkauft

Woodside: Verkauft Calypso-Anteil an BP

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 04:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Woodside verĂ€ußert seine 70-Prozent-Beteiligung am Calypso-Gasprojekt an BP. Der Schritt erfolgt kurz vor der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse und unterstreicht die strategische Neuausrichtung des Konzerns.

Woodside Energy verkauft Calypso-Anteile an BP vor Halbjahreszahlen
Eine Offshore-Gasplattform auf offener See bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse fĂŒr das erste Halbjahr 2026 setzt die Woodside Energy Group deutliche Akzente bei der strategischen Neuausrichtung ihres Portfolios.

Der australische Energiekonzern hat eine Vereinbarung mit dem britischen Öl- und Gasriesen BP ĂŒber den vollstĂ€ndigen Verkauf seiner Anteile am Calypso-Gasprojekt vor der KĂŒste von Trinidad und Tobago getroffen. Diese Entscheidung fĂ€llt in eine Phase, in der das Unternehmen massiv von den gestiegenen Ölpreisen profitiert.

VollstÀndiger Ausstieg aus Calypso-Projekt

Im Rahmen der Vereinbarung ĂŒbernimmt BP den bisherigen 70-prozentigen Anteil von Woodside an den Blöcken TTDAA 14 und 23(a), die das Calypso-Gasfeld umfassen. Das Projekt befindet sich in einer Wassertiefe von etwa 2.100 Metern und liegt rund 135 Meilen vor der KĂŒste. Durch die Übernahme wird BP zum alleinigen EigentĂŒmer des Vorhabens. Der Abschluss der Transaktion wird fĂŒr das Ende des laufenden Jahres erwartet, sofern die zustĂ€ndigen Behörden ihre Genehmigung erteilen.

Die amtierende CEO Liz Westcott begrĂŒndete den Schritt mit einer konsequenten Fokussierung auf globale OpportunitĂ€ten und wertschaffende Projekte innerhalb des Konzerns. Der Verkauf unterstreicht die Strategie, Kapital vorrangig in Vorhaben mit hoher PrioritĂ€t und fortgeschrittenem Entwicklungsstadium zu lenken.

Fokus auf Halbjahreszahlen und Großprojekte

Die Bekanntgabe des Teilverkaufs erfolgt unmittelbar vor dem nĂ€chsten Dienstag, wenn Woodside die detaillierten Finanzergebnisse fĂŒr die ersten sechs Monate des Jahres 2026 vorlegen wird. Analysten erwarten Medienberichten zufolge fĂŒr das zweite Quartal einen Gewinn pro Aktie von 0,7810 US-Dollar bei einem Umsatz von rund 3,61 Milliarden US-Dollar.

Bereits vorab veröffentlichte Daten verdeutlichten eine starke operative Dynamik: Im zweiten Quartal konnte der operative Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 28 Prozent auf 4,19 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Dies war primĂ€r auf ein Plus von 35 Prozent beim durchschnittlich erzielten Preis pro Barrel ÖlĂ€quivalent zurĂŒckzufĂŒhren, der zuletzt bei 85 US-Dollar lag. FĂŒr das Gesamtjahr hĂ€lt das Unternehmen an seiner Produktionsprognose von 174 bis 185 Millionen Barrel ÖlĂ€quivalent (MMboe) fest.

Ein zentraler Eckpfeiler fĂŒr das kĂŒnftige Wachstum bleibt das Scarborough-Gasprojekt. Dieses ist laut Unternehmensangaben bereits zu 98 Prozent fertiggestellt. Die erste Lieferung von verflĂŒssigtem Erdgas (LNG) wird weiterhin fĂŒr das vierte Quartal 2026 erwartet, was einen signifikanten Meilenstein in der Erschließung neuer FörderkapazitĂ€ten markiert.

Marktumfeld und rechtliche Auseinandersetzungen

Die Aktie von Woodside Energy verzeichnete seit Jahresbeginn einen Zuwachs von rund 41 Prozent und profitierte dabei maßgeblich von den Spannungen im Nahen Osten, die den Ölpreis der Sorte Brent zeitweise ĂŒber die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel hoben. WĂ€hrend die operativen GeschĂ€fte florieren, musste der Konzern an anderer Front einen RĂŒckschlag hinnehmen.

Am Montag wurde bekannt, dass Woodside einen Rechtsstreit gegen Klimaaktivisten verloren hat. Das Unternehmen hatte versucht, die Herausgabe von Dokumenten von drei Aktivisten zu erzwingen, die im Jahr 2023 an einem Protest im Hauptquartier in Perth beteiligt waren.

Der zustÀndige Richter Matthew Howard wies den Antrag ab und betonte, dass der Schutz der PrivatsphÀre in diesem Fall schwerer wiege als die auf Vermutungen basierenden Forderungen des Unternehmens.

Trotz dieser juristischen Niederlage und der anhaltenden Kritik von UmweltverbÀnden bleibt die fundamentale Entwicklung des Konzerns durch die hohe Nachfrage nach EnergietrÀgern und den fortschreitenden Projektausbau geprÀgt.

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