Xcel Energy Aktie: Gewinn fast verdoppelt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deXcel Energy hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der Versorger meldet einen Nettogewinn von 960 Millionen Dollar nach 524 Millionen im Vorjahresquartal. Zugleich liefert das Unternehmen erstmals einen Ausblick auf 2027.
Was hinter dem Sprung steckt
Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,52 Dollar, nach 0,88 Dollar im dritten Quartal 2025. Der Vergleich hinkt allerdings: Das Vorjahr war mit einer Sonderbelastung von 287 Millionen Dollar aus dem Vergleich zum Marshall-Waldbrand belastet. Beim bereinigten Ergebnis fällt der Zuwachs kleiner aus. Hier lag der Gewinn je Aktie bei 1,52 Dollar nach 1,24 Dollar.
Treiber waren höhere Erlöse aus Investitionen in das Stromnetz, Erträge aus Beteiligungen und ungewöhnlich warmes Wetter. Die Beteiligungserträge speisen sich vor allem aus nicht realisierten Gewinnen an Energietechnologie-Firmen. Der Umsatz legte um 6,6 Prozent auf 4,17 Milliarden Dollar zu.
Gebremst wurde das Ergebnis von höheren Finanzierungskosten. Die Zinsaufwendungen stiegen im Quartal um 100 Millionen Dollar, bedingt durch einen höheren Schuldenstand. Der milliardenschwere Netzausbau will finanziert sein, auch über neue Aktien: Im dritten Quartal flossen aus Aktienausgaben 819 Millionen Dollar zu.
Ausblick: Guidance verengt, 2027 ambitionierter
Für 2026 grenzt der Konzern die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 4,10 bis 4,16 Dollar ein. Zuvor lag die Spanne bei 4,04 bis 4,16 Dollar, die Untergrenze steigt also.
Für 2027 stellt das Management 4,48 bis 4,62 Dollar in Aussicht. Das entspräche einem Plus von rund 9 Prozent auf den Mittelwert der Spanne. Langfristig peilt Xcel ein jährliches Gewinnwachstum von 6 bis 8 Prozent und Dividendenerhöhungen von 4 bis 6 Prozent an.
Die Planung unterstellt einen Anstieg des wetterbereinigten Stromabsatzes um etwa 5 Prozent. Rechenzentren spielen dabei eine Rolle: Für ein neues Google-Datacenter in Minnesota liegt ein Liefervertrag zur Genehmigung vor, eine Entscheidung wird Anfang 2027 erwartet.
Offene Baustellen
Regulatorisch steht einiges an. Für Minnesota hat der Versorger statt einer neuen Tarifklage einen Preisstabilitätsplan mit eingefrorenen Grundtarifen für 2027 und 2028 beantragt, über den die Behörde bis Januar 2027 entscheiden soll. Hinzu kommt der Waldbrandkomplex Smokehouse Creek in Texas.
Die Kosten dafür beziffert Xcel inklusive Rechtskosten auf rund 525 Millionen Dollar, weitere Belastungen oberhalb der Versicherungsdeckung schließt das Unternehmen nicht aus.
Die Aktie hatte am Vortag bei 77,18 Dollar geschlossen. Der nächste konkrete Termin: Die Aufsicht in New Mexico soll im vierten Quartal über die Tarifvereinbarung der Tochter SPS entscheiden, neue Tarife sollen dann im Dezember greifen.
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