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Xiaomi Aktie: JP Morgan zweifelt an 2026-Ziel

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Rekordauslieferungen und neuer SUV-Modelle verliert die Xiaomi-Aktie. JP Morgan bremst Erwartungen, wĂ€hrend Preiserhöhungen die Smartphone-Marge stĂŒtzen sollen.

Xiaomi Aktie fÀllt trotz starker E-Auto-VerkÀufe und neuer SUV-Serie
Abstraktes, professionelles Foto eines modernen Elektroauto-Chassis in einer industriellen Testumgebung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Xiaomi liefert im Elektroauto-GeschÀft ab, doch die Börse honoriert es nicht. Die Aktie verlor am heutigen Montag 2,99 Prozent und rutschte auf 3,14 Euro. Damit bleibt das Papier weit von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt, der Abstand betrÀgt 51,83 Prozent.

Auto-Sparte liefert vierten Monat in Folge ĂŒber 30.000 Fahrzeuge

Xiaomi Auto hat im Juli erneut mehr als 30.000 Fahrzeuge ausgeliefert – der vierte Monat in Folge ĂŒber dieser Marke. Im ersten Halbjahr kamen insgesamt 185.055 Fahrzeuge zusammen, das entspricht rund 34 Prozent des Jahresziels von 550.000 Einheiten. Trotz dieser Dynamik gab die Aktie nach. Beobachter fĂŒhren den KursrĂŒckgang auf Gewinnmitnahmen und Bewertungssorgen zurĂŒck, konkrete Auslöser blieben unklar.

Einen DĂ€mpfer setzte JP Morgan. Die Bank veröffentlichte am heutigen Montag ein Research-Update zu Xiaomi und Ă€ußerte Zweifel an den Elektroauto-Zielen fĂŒr 2026. Die Einstufung blieb unverĂ€ndert, kurzfristig erwarten die Analysten jedoch wenig Kursimpulse. Details zu Kursziel oder konkreter Rating-Stufe nannte die Bank nicht.

Parallel zu den Auslieferungszahlen brachte Xiaomi seine neue SUV-Serie SkyNomad an den Start. Vorbestellungen fĂŒr die Modelle N70 Max und N90 Max liefen bereits am 30. Juli an, die Auslieferung soll im September beginnen. Der N90 Max misst 5,3 Meter, leistet 422 PS und kommt als Hybrid mit Range-Extender auf eine Gesamtreichweite von bis zu 1.700 Kilometern. Die Serie markiert Xiaomis Einstieg in den Markt fĂŒr Range-Extender-SUVs und richtet sich preislich deutlich unterhalb etablierter Premium-Anbieter.

Zweite Preiserhöhung des Jahres im Smartphone-GeschÀft

Im KerngeschĂ€ft mit Smartphones zieht Xiaomi seit dem gestrigen Sonntag die Preise in China an – bereits die zweite Erhöhung in diesem Jahr. Betroffen sind praktisch alle aktuellen Modelle, darunter das Redmi Turbo 5, die K90-Serie und die Xiaomi-17-Reihe. Im Schnitt steigen die Preise um rund 300 Yuan, bei der Spitzenversion Xiaomi 17 Pro Max sind es 500 Yuan mehr. Die Erhöhung gilt unabhĂ€ngig davon, ob ein Modell mit Snapdragon- oder MediaTek-Chip ausgestattet ist.

Als Grund nannte Redmi-PrĂ€sident Lu Weibing die stark gestiegenen Speicherkosten. Diese hĂ€tten sich nahezu vervierfacht, hinzu kĂ€men höhere Logistik- und Chipkosten. Lu Weibing bezeichnete die aktuelle Lage als die schwierigste Phase fĂŒr die Branche seit zehn Jahren. In Hongkong blieben die Preise vorerst unverĂ€ndert, in Indien zogen mehrere Xiaomi- und Redmi-Modelle bereits mit an.

Der Trend zu höheren Preisen zeigt sich branchenweit. Der globale Smartphone-Umsatz erreichte im zweiten Quartal einen Rekordwert von 109 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 7 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr – trotz sinkender StĂŒckzahlen. Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte laut Counterpoint Research um 17 Prozent auf 400 US-Dollar. Xiaomi verzeichnete dabei den stĂ€rksten AbsatzrĂŒckgang unter den großen Herstellern: Die StĂŒckzahlen sanken um 26 Prozent, der Umsatz um 17 Prozent. Immerhin stieg der durchschnittliche Verkaufspreis bei Xiaomi um 13 Prozent, ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen stĂ€rker auf höherpreisige Modelle setzt.

Morgan Stanley sieht RĂŒckenwind durch anhaltend hohe Preise

Einen positiveren Blick warf Morgan Stanley vor wenigen Tagen auf das Unternehmen. In einem Research-Bericht vom 31. Juli hoben die Analysten das Smartphone-GeschĂ€ft hervor und verwiesen auf anhaltend hohe Preise als stĂŒtzenden Faktor fĂŒr die Marge. Diese EinschĂ€tzung deckt sich mit der aktuellen Preisoffensive: Höhere Verkaufspreise könnten die durch Bauteilkosten belastete Marge zumindest teilweise stabilisieren.

FĂŒr Anleger ergibt sich damit ein zwiegeteiltes Bild. Auf der einen Seite liefert die Auto-Sparte konstant ĂŒber Plan, auf der anderen Seite bremst JP Morgan die Euphorie beim Elektroauto-Ziel fĂŒr 2026. Im Smartphone-GeschĂ€ft treiben steigende Bauteilkosten die Preise nach oben, wĂ€hrend der Absatz insgesamt schrumpft. Die Aktie bewegt sich derzeit 7,48 Prozent ĂŒber ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2,92 Euro, bleibt aber mit einem Minus von 15,66 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,72 Euro deutlich im mittelfristigen AbwĂ€rtstrend.

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