Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Xuanjie O3 soll Lieferketten-Abhängigkeit brechen

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 17:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Xiaomi verzeichnete im zweiten Quartal weniger Gewinn und Umsatz. Ein Eigenchip sowie gesicherter Speicher sollen künftige Kostenrisiken begrenzen.

Xiaomi: Gewinnrückgang trifft auf Eigenchip und neue Speicherstrategie
Abstrakte Darstellung einer modernen industriellen Fertigungsumgebung mit Fokus auf Lieferketten und Hochtechnologie. Illustration mit AI erstellt.

Xiaomi kämpft mit den Nachwirkungen explodierender Speicherpreise, setzt der Belastung aber zwei technologische Vorstöße entgegen. Der chinesische Elektronikkonzern meldete am 18. August für das zweite Quartal 2026 einen Einbruch des bereinigten Nettogewinns um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan, der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan. Wie Reuters berichtete, verfehlten sowohl Umsatz als auch Gewinn die Konsensschätzungen der Analysten.

Speicherpreise als Hauptbelastung

Als Grund für den Gewinneinbruch nannte Xiaomi selbst die hohen Preise für Speicher und andere Komponenten, die die Margen im Smartphone-Geschäft belastet haben. Zugleich zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte: Der stärkste Druck auf das Handygeschäft sei überstanden, da sich der Preisanstieg bei Speicherchips voraussichtlich verlangsamen werde.

Parallel dazu soll das Geschäft mit Elektrofahrzeugen künftig einen größeren Anteil am Konzernumsatz beisteuern und damit die Abhängigkeit vom Smartphone-Markt verringern.

An der Börse zeigte sich am Freitag eine leichte Erholung: Die Aktie schloss bei 3,07 Euro und legte damit an einem Tag um 2,4 Prozent zu. Auf Monatssicht bleibt der Kurs jedoch mit 15 Prozent im Minus, was die Skepsis der Anleger gegenüber der kurzfristigen Ergebnisentwicklung widerspiegelt.

Zwei technologische Antworten auf die Krise

Xiaomi reagiert auf die Abhängigkeit von externen Zulieferern mit einem eigenen Hochleistungschip. Am 24. August stellte der Konzern mit dem Xuanjie O3 einen selbst entwickelten 3-Nanometer-Prozessor vor. Nach eigener Darstellung soll das Chip-Flaggschiff die Lieferkette stärken und die Abhängigkeit von Drittanbietern verringern – ein direkter Konter auf die gerade erlebte Kostenbelastung durch externe Komponentenpreise.

Zusätzlich sicherte sich Xiaomi Speichernachschub für ein kommendes Vorzeigeprodukt. Wie Reuters berichtete, wird der Speicherhersteller CXMT das kommende Falt-Smartphone „18 Fold“ mit LPDDR6-DRAM beliefern.

Das Gerät soll im September erscheinen, den Plan bestätigten Xiaomis offizielle Weibo-Kanäle ausdrücklich. Die Kombination aus Eigenchip und gesichertem Speichernachschub soll die Marge im margensensiblen Foldable-Segment stützen, gerade weil Speicherkosten im vergangenen Quartal zur Hauptbelastung wurden.

Ausblick für Anleger

Die Doppelstrategie aus Chip-Unabhängigkeit und diversifizierter Lieferkette zielt darauf ab, die im zweiten Quartal aufgetretenen Kostenrisiken für die zweite Jahreshälfte zu entschärfen. Ob der geplante Rückgang der Speicherpreise tatsächlich eintritt und das EV-Geschäft den erhofften Umsatzbeitrag liefert, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen zeigen.

Der Start des „18 Fold“ im September gilt dabei als erster konkreter Test, ob die neue Lieferkette Wirkung zeigt, bevor sich die Marktkapitalisierung von aktuell rund 77,97 Milliarden Euro an einer nachhaltigen Erholung der Profitabilität orientieren kann.

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