XPeng Aktie: Barclays senkt Kursziel auf 15 Dollar
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 11:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng rutscht weiter ab. Die Aktie des chinesischen Elektroautobauers verlor am Montag 4,61 Prozent und schloss bei 10,76 Euro. Damit nähert sich der Kurs seinem 52-Wochen-Tief von 10,18 Euro, das erst Ende Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits über 40 Prozent verloren.
Auslöser sind enttäuschende Auslieferungszahlen für Juli, die auf eine ohnehin schon nervöse Anlegerschaft trafen. Barclays reagierte prompt und stufte die Aktie weiter ab.
Barclays sieht schwarz für 2026
Die Investmentbank senkte ihr Kursziel für XPeng von 16 auf 15 US-Dollar. Das Rating bleibt bei "Underweight". Barclays begründet den Schritt mit wachsenden Zweifeln, ob XPeng seine Profitabilität im hart umkämpften chinesischen Heimatmarkt halten kann.
Noch deutlicher fällt die Korrektur beim Marktkonsens für 2026 aus. Analysten erwarteten zuletzt einen Gewinn von 1,08 Yuan je Aktie. Jetzt rechnen sie mit einem Verlust von 2,73 Yuan je Aktie. Auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr sank, von 97 auf 93,9 Milliarden Yuan.
Diese Kurskorrektur nach unten ist kein Zufallsprodukt. Sie folgt direkt auf enttäuschende operative Zahlen aus dem Juli.
Auslieferungen brechen im Monatsvergleich ein
XPeng knackte im Juli zwar die Marke von 1,2 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen weltweit. Das ist ein Meilenstein für den Konzern. Die kurzfristigen Zahlen enttäuschten aber die Erwartungen der Händler.
Der Konzern lieferte im Juli 38.027 Fahrzeuge aus, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verglichen mit dem zweiten Quartal, als der Konzern durchschnittlich rund 103.000 Einheiten pro Monat auslieferte, ist das ein deutlicher Rückgang. Das Management führt die Delle auf die Anlaufphase der neuen MONA-Serie zurück.
Skeptiker sehen das anders. Sie verweisen auf den Rückgang der kumulierten Auslieferungen von Januar bis Juli um 12,78 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für sie ist das ein Warnsignal, dass sich die Erholungsstory des Unternehmens abkühlt.
München als Bühne für die globale Expansion
Um dem heimischen Gegenwind zu begegnen, treibt XPeng seine "Go Global 2.0"-Strategie voran. Der Konzern hat München als Ort für den weltweiten Markstart des MONA L03 gewählt. Das unterstreicht das Gewicht, das XPeng dem europäischen Markt beimisst.
Der MONA L03 soll das erste Modell werden, das gleichzeitig in China und Europa verkauft wird. XPeng plant den Vertrieb in 64 Ländern und Regionen. Der Konzern setzt dabei auf eine doppelte Antriebsstrategie mit rein batterieelektrischen Varianten und Modellen mit Reichweitenverlängerung.
Der internationale Vorstoß soll die Abhängigkeit vom gesättigten chinesischen Markt verringern. Das kostet Kapital, und zwar reichlich. Ob sich diese Investition auszahlt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die MONA-Modelle international Fuß fassen.
Der Kurs notiert derzeit rund 31 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 15,70 Euro. Das zeigt, wie stark sich die Stimmung gegenüber dem Papier über die vergangenen Monate eingetrübt hat. Im weiteren Jahresverlauf wird sich zeigen, ob die MONA-Serie außerhalb Chinas die Wende bringt, die der Aktie zuletzt fehlte.
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