XPeng Aktie: Magna Steyr montiert G6, G9, P7+
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng lässt derzeit die Modelle G6, G9 und P7+ aus Bausätzen bei Magna Steyr in Graz montieren. Damit umgeht der chinesische Elektroautohersteller die Ausgleichszölle der Europäischen Kommission von 20,7 Prozent auf in China gefertigte Elektrofahrzeuge.
Ein viertes Modell soll bis Jahresende in die lokale Fertigung aufgenommen werden. Für Anleger ist das ein handfestes Signal: XPeng baut seine Europa-Strategie nicht nur auf dem Papier, sondern investiert operativ in eine Umgehung der Handelsbarrieren.
Kurs bleibt unter Druck
Trotz dieser strategischen Weichenstellung findet die Aktie keinen Boden. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 10,12 Euro, ein Minus von 1,0 Prozent auf Tagessicht.
Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 16 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier 44 Prozent verloren. Damit notiert XPeng nur noch 1,3 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 9,99 Euro, das erst am 13. August erreicht wurde – und liegt zugleich 59 Prozent unter dem Jahreshoch vom 12. November 2025. Der RSI von 34,4 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, ohne dass dies allein als Kaufsignal zu werten wäre.
Institutionelle Anleger uneins
Die jüngsten 13F-Meldungen zeichnen ein widersprüchliches Bild. UBS erhöhte ihre Position im zweiten Quartal 2026 um 27,0 Prozent und hält nun 5.580.085 American Depositary Shares im Wert von rund 73,9 Millionen US-Dollar.
BlackRock ging den entgegengesetzten Weg und reduzierte sein Engagement im selben Zeitraum um 23,5 Prozent auf noch 2,228 Millionen Aktien. Diese gegenläufigen Bewegungen zeigen, wie unterschiedlich große Investoren die Risiken und Chancen des Unternehmens derzeit einschätzen.
Geschäftszahlen und Ausblick
Bei den operativen Kennzahlen zeigt sich ein durchwachsenes Bild. Im Juli lieferte XPeng 38.027 Fahrzeuge aus, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, aber ein Rückgang von 5,23 Prozent gegenüber Juni. Die kumulierten globalen Auslieferungen erreichten damit Ende Juli 1.211.071 Einheiten.
Analysten von Citigroup rechneten in einer Vorschau von Anfang August mit einem Non-GAAP-Nettoverlust von etwa 1 Milliarde Renminbi für das zweite Quartal, bei einer Bruttomarge von rund 20 Prozent und einer automobilspezifischen Marge von etwa 12,5 Prozent. Die unbestätigten Quartalszahlen selbst will XPeng am 24. August vor Handelsbeginn in den USA veröffentlichen, gefolgt von einer Telefonkonferenz.
Parallel zur Europa-Expansion treibt XPeng auch die Technologieentwicklung voran: Vergangene Woche stellte das Unternehmen die zweite Generation seines autonomen Fahrsystems "Turing VLA" vor und kündigte an, entsprechende Auslieferungen in Europa ab 2027 zu starten.
Zudem präsentierte das Management eine langfristige Strategie für den australischen Markt mit fünf neuen Modellen in der zweiten Jahreshälfte 2026 und dem Ausbau eines lokalen Vertriebsnetzes.
Für den Kapitalmarkt bleibt die Gemengelage komplex: Operative Fortschritte bei Produktion und Marktausbau stehen einem Kurs gegenüber, der sich in unmittelbarer Nähe zum Jahrestief bewegt. Die Zahlen am 24. August dürften zeigen, ob die strategischen Initiativen bereits auf die Profitabilität durchschlagen.
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